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Falken-Foermchen  |  Treffpunkte  |  Café Kunterbunt  |  Thema: Aus meiner Jugendzeit « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Aus meiner Jugendzeit  (Gelesen 13933 mal)
traudel
Gast
« Antworten #15 am: 13. Dezember 2010, 22:34:47 »

Gell, ist doch schön - solche Erinneungen.
Zwirbel, klasse!
Gudrun,
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traudel
Gast
« Antworten #16 am: 28. Dezember 2010, 23:01:18 »

Weihnachten in meiner Kinderzeit.
Alle zwei Jahre verschwand in der Adventszeit meine Puppenstube.
Das war eine Holzkiste mit ungefähr den Massen: Breite 70cm,Höhe 30cm und Tiefe 50cm.
Sie  war aufgeteilt in zwei Zimmerchen mit jeweils zwei Fensterchen.
Keine Ahnung wer die Kiste so schön gemacht  und die Fenster liebevoll ausgesägt hat.
 Hab sie von meiner Schwester übernommen. Die spielte damals schon mit Jungs.
Auf jeden Fall hab ich immer verzweifelt gesucht - dabei war es jede Weihnacht gleich.
 Die Puppenstube wurde auf neu getrimmt.
 Am Heiligabend stand sie unterm Baum, frisch tapeziert , neue Gardinen und neuer Fussbodenbelag.

Im nächste Jahr verschwand Susi , eine 60cm grosse Schildkrötpuppe. Die saß dann neu eingekleidet unterm Baum.
Die Stube und Susi sind eines Tages nicht mehr da gewesen. Weiß nicht was meine Mutter mit gemacht hat
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Martina
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« Antworten #17 am: 30. Dezember 2010, 21:23:57 »

 Lächelnd Ich lese diese Geschichten sowas von gerne  Lächelnd Lieben Dank!!, Martina
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Besser ein Messer, als ein Wort.
Ein Messer kann stumpf sein und trifft oft am Herzen vorbei. Nicht das Wort. Hilde Domin
traudel
Gast
« Antworten #18 am: 01. Januar 2011, 18:46:56 »

Wie es halt ist wenn ein Jahreswechsel Erinnerungen erweckt mach ich mal weiter.
Also:

Verletzungen hatte ich als Kind jede Menge, im Hinfallen war ich große Klasse.Auch da gab es mal zusätzlich Haue. Es war ein Sonntag und ich wurde für die Kirche besonders hergerichtet. Diesmal hatte ich echt seidene Haarschleifen in den Zöpfen und dazu noch ein nagelneues Gesangbuch.Natürlich änderte das nicht meinen sonntäglichen Weg,der führte trotz aller Verbote bei der Kirche der sogenannten Sekte vorbei.

Die sangen so schön da mußte man einfach lauschen. Leider war da wohl die einzige Pfütze in ganz E. und genau da musste ich stolpern.

Das Gesangbuch war klatschnass,die weißen Kniestrümpfe voll bräunlichem Wasser, kurz gesagt die Welt ging unter.

Das Unbegreifliche aber war, Prügel bekam ich hauptsächlich wegen einer verlorenen Haarschleife.Unbegreiflich deshalb, Mutter war sehr für Kirche und all dem Kram aussenherum. Schon früher hat es mich gestört wenn die  Kirchgänger drinnen inbrünstig beteten und gleich draußen über die Hüte,Anzüge, Kostüme , Schuhe der anderen lästerten.Über mich natürlich auch z.B. : aus dem Kind kann ja nichts werden,hat keinen Vater und dann noch so eine eingebildete Mutter.

Das sagten sie sogar in meiner Gegenwart,ich muss für sie so eine geistig Behinderte gewesen sein. Die meisten hielten ihre Kinder von mir fern,was mich nicht störte,ich mochte die eh nicht. Mutter war möglicherweise der Meinung mit Kirchgängern , mit viel beten könnte sie Fehler ausbügeln.Mich machte es dermaßen wütend wenn sie im Bett stundenlang die sogenannten Losungen las,oder sonst irgendwelche fromme Sprüche.Dadurch wurde sie auch nicht eine sanfte und liebe Mutti.Manchmal war sie fürsorglich, auch gerecht, aber eben nur manchmal.

Das war mir einfach zu wenig,deshalb bin ich mehr bei Frau E. oder bei Frau M. gewesen.Frau M. war eine nette alte Oma die für mich immer da war.Ich hab ihr sogar verziehen, daß sie mich wegen des geklauten bzw.geliehenen Puppenwagen`s verpetzt hat. Ihr hab ich alle Schandtaten gebeichtet und sie hat nur darüber gelächelt.Mutter dagegen wäre ausgerastet.

Selbst das mit den Kaulquappen fand sie lustig.Damals hatte ich eine tolle Pfütze entdeckt die sehr viel Leben in sich hatte, eben diese Kaulquappen.Da ich mich immer schon für Tiere eingesetzt habe musste ich diese auch retten,der nächste Traktor hätte sie ja zerquetscht.Also hab ich die

Tierchen in meine Schürzentasche getan,da waren sie in Sicherheit bis ich eine sichere Pfütze gefunden habe. Mir muß etwas Wichtiges dazwischen gekommen sein,denn als Mutter Wäsche wusch,damals hatte sie keine Waschmaschine,schwammen im Bottich die toten Kaulquappen.Sie fand das nicht lustig ,ich auch nicht,wollte sie ja retten.

Die Schürze musste ich immer anziehen und den ganzen  Tag mit dem Ding herumlaufen. Manchmal war sie ja ganz praktisch,zum Beispiel als die Katze eines Nachbarn Junge hatte, konnte ich sie alle auf einmal in dieser Schürze tragen.Die waren ja so niedlich. Nach dem Spaziergang mit ihnen war das gute Kleidungsstück klatschnass,also legte ich dieses Ding zum trocknen in die Sonne.Pech, Mutter hat es doch gemerkt und hat gebrüllt ich würde stinken.Heute kann ich das verstehen.

Eigentlich trug ich nur gebrauchte Klamotten,aber manchmal hatte Mutter so einen komischen Anfall,da wurde ich zum Schneider G. gezerrt und wurde vermessen.G. war der Herrenschneider im Ort. Komischerweise machte er für Mutter und mich eine Ausnahme.Zweimal wurde ich vermessen,einmal für ein Dirndl und das zweite Mal für das Konfirmationskleid.Das Dirndl war wunderschön , schwarzer Stoff mit vielen kleinen bunten Blüten drauf,darüber eine kupferfarbene Seidenschürze.Von den Seidenschürzen lies sie in weiser Voraussicht gleich drei fertigen.
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Martina
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« Antworten #19 am: 01. Januar 2011, 20:10:14 »

Liebe Traudel, ,Martina
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Besser ein Messer, als ein Wort.
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Lara
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« Antworten #20 am: 01. Januar 2011, 20:19:29 »

Traudel! Kann dich ja so gut verstehen, früher wurden bei den Kleidern gespart... ich musste einmal einen Pullover meines Bruders austragen. Und einmal kam meine Mutter mit neuen Schuhen für mich  nach Hause, ich sehe sie noch heute vor mir: potthässliche, rostbraune, grausame, vorsinthflutliche Treter, die ich anziehen musste. Die habe ich ihr bis heute nicht verziehen...
Mit Schürzen musste ich übrigens auch die ersten Jahre in die Schule gehen, bis Mutter meine Schwester erwischt hatte, die sich auf dem Schulweg nach der ersten Kurve das Ding ausgezogen hat und ohne zur Schule ging...
Das waren noch Zeiten, heute unvorstellbar, gäll!
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michaela
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« Antworten #21 am: 04. Januar 2011, 15:58:43 »

Erzählenswertes erlebt zu haben, ist die eine Seite.
Es aber auch so schön erzählen zu können, wie all die Geschichten, die ich mir hier gerade durchgelesen habe, ist noch mal eine ganz andere Sache.
Wunderbar!
Vielen Dank!
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Struppy
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« Antworten #22 am: 04. Januar 2011, 17:51:02 »

Es ist so interessant, eure Begebenheiten von früher zu lesen. Traudel, du erzählst so lebhaft, dass ich immer denke, ich sei mit dabei! Auch ich musste noch Schürzen tragen in den ersten Schuljahren, was mich aber scheinbar nicht geschädigt hat, denn ich weiss es nur noch von den Fotos her.

Ich kann mich aber an ein Erlebnis erinnern, das ich euch gerne erzählen möchte. Und zwar passierte dies in einer der ersten Schulklassen an einem Elternbesuchstag. Wie gewohnt an solchen Tagen, waren alle (Lehrer wie auch Kinder) ziemlich nervös und möchten auch wirklich alles richtig machen. Unsere Lehrerin dachte sich also etwas relativ einfaches aus und zwar ging sie mit uns der Reihe nach „Wortverbindungen“ durch und zwar die „Zwillingsformeln“. Hier ein paar Beispiele dieser Wörter – sie sagte das erste und die Schüler mussten das zweite ergänzen – ganz einfach, wie gesagt:

Auf und Ab
Art und Weise
Weh und Ach
Gang und Gäbe
Saus und Braus
Lug und Trug
Kind und Kegel
Sack und Pack

Ich nehme an, ihr habt eine Vorstellung wie sich das abgespielt hat. Jetzt komme ich an die Reihe:

Klipp und ... KLAPP (sage ich)

Erst herrschte eine halbe Sekunde lang diese komische Stille, die sich anfühlt wie die Ruhe vor dem Sturm und dann wird losgeprustet, Schülerinnen, Schüler, Lehrerin, Eltern – niemand kann sich so schnell wieder einklinken – alles lacht, nur mein Kopf nicht, denn der ist so rot, dass ihm das Lachen komplett vergangen ist.  Auch heute noch, jedesmal wenn ich auf „klipp und klar“ stosse, kommt mir diese Episode in den Sinn – nur mit dem kleinen Unterschied: heute muss auch ich ganz leise vor mich hin schmunzeln!
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pispezi
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« Antworten #23 am: 04. Januar 2011, 18:14:37 »

Liebe "Jugend-Förmchen",

jetzt mussich mal ganz allgemein meinen dollen Dank sagen für Eure wunderbaren Geschichten hier! Wunderbar sowohl inhaltlich, als auch vom Erzählen her.
Das ist so schön zu lesen.

Leider kann ich hier keinen entsprechenden Beitrag leisten, weil ich eigenartigerweise aus meiner Jugend keine Geschichten weiß, die einerseits erzählenswert, andererseits nicht runterziehend wären...

Außer einer, die ich aber möglicherweise schon berichtet habe (evtl. im alten Förmchen).
Aber gut, hier ist sie:

Pi... und sein bester Kumpel sind etwa 13-14 jahre alt und befinden sich alleine in Kumpels Wohnzimmer.
Beide streiten sich HEFTIG (über irgendwas).

Während des Streits hat Kumpel den Fernseher angemacht, der damals noch recht lange brauchte, ehe er "warm" war und funktionierte.
Wir stritten ganz wütend weiter, während der TV im Hintergrund immer wärmer wurde...

Gerade schrie ich:
"Das stimmt nicht!!"

Da sagt TV -  EBEN funktionsfähig geworden:
"Es stimmt."

Da war es sofort aus! Sowohl mit dem Streit, als auch mit uns. Wir haben gelegen:


Euer Pi...

PS: Aber abgesehen von dieser Story bin ich heilfroh, kein Kind/Jugendlicher mehr zu sein. Heilfroh!
Warum meine Erinnerung die gewiss auch existenten lustig - erzählenswerten Geschichten aus meiner Kinder- und Jugendzeit nicht rausrücken will, weiß ich nicht. Aber ein gutes Zeichen ist das nicht.
Das Gute kam erst wieder zum Vorschein, als ich mit fast 17 Jahren in Merseburg an der TH war und "mein eigenes Ding" machen konnte. DAVON könnte ich nun wieder manches berichten...
« Letzte Änderung: 04. Januar 2011, 18:58:29 von pispezi » Gespeichert
marabut
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« Antworten #24 am: 04. Januar 2011, 19:04:31 »

ach struppy, deine geschichte hätte mir auch gut passieren können
ich muss gestehen, dass mir auch ein "klapp" auf der zunge lag... wahrscheinlich aus dem lied von der mühle, die am rauschenden fluss klipp-klapp klappert  Smiley


von großen jungen kann ich auch etwas erzählen, pi... ich hatte bei meinen drei geschwistern auch einen "großen bruder".
der übte mit seinen freunden judo... wobei es da keinen richtigen unterricht gab, war so ein jungenfreistil  Grinsend
eines tages wollte er ganz stolz meiner mutter einen tollen griff zeigen, ich war zugegen und damit auch gleich als partner und opfer zugleich auserkoren.
ich musste mich hinter ihn stellen und ihm meine hände hochgeben... ein kräftiger schwung und er wirbelte mich durch die luft. ich landete mit der nase auf einer stuhlkante. aber wahre schönheit ist ja bekanntlich durch nix zu verschandeln und nasen heilen zum glück von alleine wieder zusammen  Zwinkernd
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ich möchte keine andere sein. andere gibt's schon genug.
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« Antworten #25 am: 06. Januar 2011, 17:20:03 »

Traudäääl!

 


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traudel
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« Antworten #26 am: 27. Februar 2011, 19:42:08 »

Die schrille Trillerpfeife.... sie kam immer zum Einsatz wenn meine Mutter meinen Namen nicht aussprechen wollte

Einmal kam dieses scheußliche Geräusch zu einem dermassen blöden Zeitpunkt , das bleibt mir noch lange in Erinnerung. Meine Freundin zwei Häuser weiter hatten einen Fernseher , damals fast eine Sensation,und wir durften hin und wieder mal gucken. Eigentlich nur Kindersendungen......eigentlich ...So war das auch an diesem Abend--ein Vorabendkrimi! Noch nie hatte ich einen Krimi im Fernsehen gesehen. Ausgerechnet jetzt hörte ich die Trillerpfeife und der Mörder war noch nicht gefasst. Also tschüss bis morgen und auf den Heimweg gemacht , ist ja nicht weit, Gartentürchen auf und den Hof hoch laufen. Ja wenn da nicht dieser grosse Buchsbaum gewesen wäre --- und genau hinter dem musste ja der Mörder sich verstecken. Ich hatte eine riesige Angst so schnell war ich noch nie den Weg gerannt.Völlig ausser Atem stand ich dann vor meiner Mutter. Ist ja ganz klar, dass dies für sie äusserst verdächtig war. "Was hast du wieder angestellt?"

Das hört sich an als würde ich immer irgendwas anstellen, nein nur hin und wieder....
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pispezi
Gast
« Antworten #27 am: 27. Februar 2011, 19:46:59 »

Liebs Traudel,

Du erzählst diese Dinge immer so lakonisch, aber leider bin ich mit einer sehr intensiven Phantasie "gesegnet", sodass mich diese Trillerpfeife sowas von ankotzt!
Komm mal her:

Ich glaube, Deine "Mutter" war selbst eine TrillerP...  

Dein Pi...
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traudel
Gast
« Antworten #28 am: 27. Februar 2011, 19:54:16 »

Glaub mir Pi , wenn ich bestimmte Nachbarn nicht gehabt hätte, wäre es übel ausgegangen. Deshalb bin ich auch mit 14 Jahren abgehauen.
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pispezi
Gast
« Antworten #29 am: 27. Februar 2011, 20:03:49 »

Weißte Traudel, grade sehe ich wieder mal, dass es ungeheuer richtig sein kann, manche Personen wirklich absolut zu VERURTEILEN, so wie ich es mittlerweile mit Einigen mache.
Und wenn dann von außen welche kommen, die da "Verstehen" oder gar "Verzeihen" anmahnen, dann schicke ich die brutalst weg. Denn diese netten "Allesversteher" verstehen eigentlich überhaupt nichts - nämlich von dem, was gewisse Lumpen in Wehrlosen anrichten...

Dein Pi...
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