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Falken-Foermchen  |  Treffpunkte  |  Charlies Bar  |  Thema: Theorie und Praxis der Winterfütterung für unsere gefiederten Freunde « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Theorie und Praxis der Winterfütterung für unsere gefiederten Freunde  (Gelesen 38272 mal)
Weisser Bussard
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« am: 07. November 2010, 00:32:24 »

Erste Frage:

Ich (...eigentlich WIR ---> eine Kollegin und eine Freundin) möchten Meisenknödel selbst machen mit Talg. In der Nachbarschaft werden bald einige Schafe geschlachtet.
Kann man diesen Talg auch verwenden?
Wie geht man am einfachsten vor?
Hat jemand sowas schon mal gemacht oder einen guten link, zum nachlesen im Netz ?

zweite Frage:

...klingt vielleicht etwas komisch, aber ich weiß nun gar nicht in welche Richtung ich denken soll. Bei mir ist im Winter bei Schnee an der Fütterungsstelle ganz schön was los. Bis zu einem ganzen Kilo am Tag plus diverser Knödel usw. verbrauche "ich"...
...da geht es entsprechend bunt und lautstark zu.
---> was auch einem Falken nicht verborgen blieb, der sich regelmäßig über meine Futtergäste hermacht.
 
...somit stelle ich mir selbst die FRAGE: "Stelle ich nicht etwa eine Art Falle meinen kleinen Futtergästen ???"
...durch die Fütterung bringt man die Natur ja schon durcheinander.
...ich weiß mir keinen Rat. Ich mag den Falken !!! Aber ich mag auch die ganzen Waldvögel, die es hier ins kleine Dorf zieht im Winter.
...wer richtet mein Weltbild ???
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Liebe Grüße
Alex


Der Frühling macht jeden Baum zum Treffpunkt der lokalen Selbsthilfegruppe diarrhöischer Singvögel und jedes Auto zur buntgescheckten Sanitäranlage. (Aus Monatsbrief Nr.2/2012, Manufactum)
Weisser Bussard
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« Antworten #1 am: 07. November 2010, 00:41:12 »



...in solchen 20 Kilo Säcken kaufe ich das Futter und mische es dann in diesem großen Eimer mit noch extra Zutaten... Hirse, Hanf usw...
...mit einem Trichter aus einer abgeschnittenen Plast-Limoflasche mit großem Mundstück fülle ich es dann in Fütterungsautomaten. Jetzt habe ich mehrere bessere gekauft mit mehreren Ansitzpunkten
 z.b. bei www.vivara.de
...diese Automaten haben den Vorteil, daß die Fütterung relativ hygienisch abläuft und man auch bei mehreren Automaten mal einen Tag wegbleiben kann von zu Hause, ohne das der Notstand ausbricht bei den Piepmatzeln.
« Letzte Änderung: 07. November 2010, 00:46:50 von Weisser Bussard » Gespeichert

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Alex


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Clara
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« Antworten #2 am: 07. November 2010, 16:35:43 »

Lieber WB, nur kurz zu Deinem Problem mit dem Falken: An unserer Futterstelle, die wir vom Küchenfenster aus gut beobachten können, ist es im Winter ein Sperber, der sich versorgt. Ich habe nichts dagegen, denn er hat genau so Hunger wie die Kleinvögel, und es ist verd....schwer auch für ihn, den Winter zu überstehen!
Ich konnte sogar schon ein paar Fotos machen (aus verschiedenen Jahren), diese hier mit meiner alten Kamera:









Viele Grüße von Clara




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Weisser Bussard
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« Antworten #3 am: 07. November 2010, 20:09:49 »

Toll 

... ja, DAS ist ja mein Problem an sich, daß ich nix gegen den Falken habe. Am liebsten wäre mir ja die Variante, wenn er mir einen Speisewunsch ans Küchenfenster heften würde, wann er wo was zu verspeisen wünscht... er bekäme auch Auswahl  Smiley sagen wir mal... Huhn, Hammel oder Auerochse  Grinsend ...das könnte ich in der Nachbarschaft kostenfrei einklagen  Smiley ... natürlich nicht in ganzen Tieren 

... ich werde damit leben müssen.  Weinen
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Liebe Grüße
Alex


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Weisser Bussard
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« Antworten #4 am: 07. November 2010, 20:21:19 »

Noch eine Frage...

...bei Fütterungempfehlungen lese ich immer Sonnenblumenkerne, Hanf, Hirse ...Haferflocken
...noch nie habe ich irgendwo etwas lesen können über Weizen-, Dinkel-, Gerste-, Roggen- und HaferKÖRNER... kann ich diese bedenkenlos mit unter das Futter mischen ??? Das habe ich ja sowieso alles im Haus Smiley

...was sagt ihr zu billigem Kokosfett? Wenn ich nix zu dem Talg finden kann an Info ... das Kokosfett kann ich sicher auch im Großhandel in einer größeren Abpackung kaufen.
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Liebe Grüße
Alex


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Lara
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« Antworten #5 am: 07. November 2010, 20:41:20 »

Hallo weisser Bussard!
Mein Vater (Landwirt) hat früher, vor 30, 40 Jahren, die Nachgeburten der Kühe auf den Schnee raus gelegt, die haben die Raubvögel gefressen. Habe keine Ahnung, ob man das heute immer noch so macht, bzw. machen darf... In dieser Zeit würden sie wenigstens keine Singvögel jagen.
Gruss, Lara
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Klaus
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« Antworten #6 am: 08. November 2010, 11:40:36 »

also, was die greifvögel angeht:

es gibt bestimmt irgendwo tiefgekühlte eintagsküken zu kaufen.
eine kiste mit ca. 300 stück kostet was um fünfzehn euro.

sucht euch eine abgelegene, leicht erhabene stelle (einen höheren baumstumpf oder ähnliches) und legt dem greifvogel dort ein langsam aufgetautes (auf keinen fall in warmem wasser oder gar der mikrowelle auftauen!!) küken hin.
allerdings täglich ein frisches.
wenn er es zum ersten mal angenommen hat, könnt ihr die ration auf zwei oder drei steigern. mehr sollten es auf keinen fall pro vogel sein. denn sonst wird er nicht mehr jagen und mäuse oder ratten fangen. und von euch abhängig soll er ja nicht werden, sondern nur von dem "lebenden futter" abgelenkt werden.

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klaus

das leben in der freien natur ist bestimmt durch die instinkte der wild lebenden tiere.
die einen jagen und fressen, die anderen ....
Anne
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« Antworten #7 am: 08. November 2010, 16:13:15 »


Oh Klaus vielen Dank für deinen Rat.

Da zeigt es sich doch wieder einmal wie gut es ist einen Fachmann in unserer Mitte zu haben.


Grüessli

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Liebe Grüsse Anne 
                                                      
Clara
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« Antworten #8 am: 08. November 2010, 16:41:53 »

Ich schließe mich dem Dank an Klaus an! Auf diese Idee kam ich noch nicht. Nur noch eine Frage. Wir besitzen zwar einige große Gefrierschränke, die sind aber erstens voll belegt (alles Gemüse und Obst kommt aus unserem Schrebergarten), zweitens weiß ich nicht, wie groß so eine Kiste mit Küken ist.
Da ich auf dem Land lebe, kann ich nicht nur mal eben ein paar Küken kaufen. 

Und noch: Nehmen auch Sperber tote Tiere an? Bussarde sitzen ja an Autobahnen und anderen Straßen in der Hoffnung auf ein überfahrenes Tier, auch Turmfalken habe ich an diesen Stellen schon gesehen..

Lieben Gruß, Clara
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Weisser Bussard
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« Antworten #9 am: 08. November 2010, 23:15:23 »

Wunderbar....

...exakt so war meine innerlich geheimste Wunschvorstellung, daß wir hier schön fachsimpeln über das Thema und jeder etwas kleines beitragen kann.

...Das mit den Nachgeburten kann man auch bei Robben beobachten, wenn ich mich recht besinne, habe ich das auf einem Foto gesehen, ich glaube sogar hier im Förmchen. War allerdings kein Greifvogel.

...Klaus, die Küken bekommt man in einer Zoohandlung ? ...gehen da auch die Bussarde ran ? ...wie ist das Revierverhalten im Winter bei den Falken ? ...wenn ich es recht beobachte habe nisten sie hier im Ort in einer Baumgruppe im Tal... etwa 3 Kilometer Luftlinie gibt es Nistkästen an einem Kirchturm, die stark frequentiert sind im Sommer.
...also meine Frage ist jetzt, haben die Falken im Winter eine Art "Lieblingsort/stellle", wo sie sich aufhalten/jagen oder ist so ein Gebiet riesig ?
...die Frage ziehlt jetzt dahin, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, daß der Falke das auch findet und nicht der Marder...
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Liebe Grüße
Alex


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« Antworten #10 am: 09. November 2010, 11:26:48 »

die küken bekommt man nicht in einer zoohandlung. jedenfalls nicht hier, wo ich wohne.  versucht das mal übers netz. ne versandadresse habe ich nicht. noch nicht.

und ganz wichtig: ihr sollt die greifvögel nicht explizit anfüttern. damit lockt ihr sie an. die nehmen auch lieber frische beute, wenn sie welche bekommen.
als ablenkung, wenn sie anfangen, eure sonstigen gäste zu dezimieren, kann man das mit den küken oder auch tiefkühlmäusen aus der zoohandlung versuchen. was mäuse kosten, weiß ich auch noch nicht.
ja, falken, bussarde, sperber und habichte nehmen sowas an, wenn sie genug hunger haben. und ja, manchmal ist der marder schneller. eigentlich sehr oft... weil der nicht so menschenscheu ist, wie ein greifvogel. und die marder lockt ihr damit auch an, damit also noch einen fressfeind für eure meisen und co.

ich weiß von habichten, dass sie ein revier von bis zu 3000 ha beanspruchen, wenn es vom nahrungsangebot her nötig ist.

edit: aus punkt mach komma...
« Letzte Änderung: 09. November 2010, 11:29:26 von Klaus » Gespeichert

klaus

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« Antworten #11 am: 09. November 2010, 11:48:38 »

ach ja, vergessen:

die futtertiere dürft ihr aus hygienischen gründen natürlich nicht zusammen mit lebensmitteln im selben tiefkühlgerät aufbewahren. dafür müsst ihr eine extra tiefkühltruhe anschaffen oder bereithalten.
des weiteren ist zumindest in deutschland eine ausnahmegenehmigung zur verfütterung von tierkörpern vom kreisveterinäramt bezüglich des tierkörperbeseitigungsgesetzes nötig. vefüttert man ganze futtertiere ohne diese ausnahmegenehmigung macht man sich strafbar (wegen seuchen, usw.).

ihr seht, das mit den greifvögeln ist, gerade weil sie unter dem status "besonders geschützt" stehen, und weil sie in deutschland unter das jagdrecht fallen, eine sehr diffiziele sache.
aufgrund der tatsache, dass sie in deutschland dem jagdrecht unterliegen und ganzjährig geschont sind, darf man sie nichteinmal durch den aufenthalt in ihrer nähe stören, ohne sich strafbar zu machen.
aus dem naturschutzrecht geht hervor, dass man nur eine ordnungswidrigkeit begeht, wenn man sich solch ein tier zueignet...
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klaus

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Clara
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« Antworten #12 am: 09. November 2010, 13:29:51 »

Lieber Klaus,

besten Dank für die kenntnisreichen Tipps!  Smiley
Wie ich lese, ist es mit der Fütterung der Greifvögel doch nicht so einfach, mir steht z. B. keine Gefriertruhe nur für tote Tiere zur Verfügung.

Dein Argument mit der Anziehung von Greifvögeln und auch Raubwild ist hilfreich und nachvollziehbar. Allerdings kommen bei uns auch zuweilen Mäuse an die Körner, und davon profitieren dann wieder Eulen, die es ja im Winter bei Schnee bes. schwer haben.

Alles in allem werden wir also unsere Singvögel weiterhin in gewohnter Weise füttern, ab und zu den Sperber in Kauf nehmen und hoffen, dass er sich meistens auf Amseln und Spatzen beschränkt, die am häufigsten zur Futterstelle kommen. Um unser Rotkehlchen würde es mir schon eher leid tun.

LG, Clara
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« Antworten #13 am: 09. November 2010, 21:28:51 »

Mmmm...

...danke Klaus... das muß ich erst mal setzen lassen ...klingt, als sollte ich mich mehr mit der Sache beschäftigen... als erstes werde ich mal unter den alten Jägern rumfragen, die hier zu gange sind, da kenne ich drei... vielleicht gibt es ja einen, der sich hier sogar schon länger mit dem Thema befasst und froh ist, wenn sich jemand für so etwas interessiert.
...Andere Frage Klaus... kannst Du ein Sachbuch empfehlen, wo möglicht viel Inhalt dazu enthalten ist ? ...ich möchte möglichst wenig Fehler machen, da mir die Verantwortung bewußt ist und es ja um das LEBEN von Individuen geht.

....Clara...wie ich schon mal schrieb geht es bei mir um teilweise seltene Vögel... der erste Kontakt mit dem Falken ,den ich miterlebte, war die Mahlzeit in Form einer Wacholderdrossel... Wintergast aus Skandinavien.

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« Antworten #14 am: 10. November 2010, 00:12:19 »

Hallo, Weißer Bussard,

gerade ist mir noch eingefallen, dass wir (meine Familie) vor Jahren Tontöpfe mit Rindertalg füllten, aber nur ein Mal und nie wieder! Der Grund war, weil es nach dem Erwärmen furchtbar und langdauernd stank!    Ob es mit Talg von Schafen auch so ist, weiß ich nicht.
Den Talg bekamen wir beim Schlachter (Fleischer, Metzger ) und vermengten Sonnenblumenkerne, Körner und Flocken darunter.

Vorgestern haben wir wieder mit der Vogelfütterung begonnen, weil hier ein plötzlicher Temperatursturz einsetzte und unsere "Hausamsel" schon erwartungsvoll auf die Fensterbank flog und uns damit aufforderte, für Futter zu sorgen. Die Spatzenschar bekam es auch gleich mit!
Gekauft haben wir - wie jedes Jahr - Sonnenblumenkerne und Fettfutter. Auch Meisenknödel.

Lieben Gruß, Clara
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