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Falken-Foermchen  |  Treffpunkte  |  Café Kunterbunt  |  Thema: Wikipedia-Protest « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Wikipedia-Protest  (Gelesen 2596 mal)
Esther
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« am: 18. Januar 2012, 11:19:39 »

Heute erscheint auf der englischsprachigen Wikipedia nur dies hier:



Aus Protest gegen ein in den USA geplantes Gesetz, welches dem Schutz des Urheberrechtes dienen soll, jedoch laut Wiki ein Schritt in Richtung Zensur bedeutet, bleibt Wikipedia heute für 24 Std. geschlossen. (die deutschsprachige Ausgabe ist nicht davon betroffen)

Hier gibts Informationen dazu.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Protest_gegen_SOPA

Persönlich bin ich der Ansicht, dass ein freies Internet tatsächlich vielen Kreisen inzwischen ein Dorn im Auge ist und dass manchmal der Schutz von Urheberrecht bloss ein Vorwand ist, um Kontrolle auszuüben.

Deshalb finde ich solche Aktionen gut, weil sie vielleicht ein bisschen Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig das Internet und freie Inhalte für uns alle inzwischen geworden sind.

Liebe Grüsse
Esther
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« Antworten #1 am: 18. Januar 2012, 11:43:30 »

Hier gibts noch ein Video zum Thema - leider auf Englisch:

PROTECT IP / SOPA Breaks The Internet
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« Antworten #2 am: 18. Januar 2012, 12:55:32 »

Doch noch ein deutsches Video gefunden:

SOPA - Das Internet wird abgeschaltet
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Martina
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« Antworten #3 am: 18. Januar 2012, 19:48:26 »

Hallo, ich hatte davon in den Narichten gehört. Allerdings morgens bei der ersten Tasse Kaffee und von daher nicht wirklich kapiert um was es da geht. Daher Danke fürs Video.
Die Aktion finde ich auch gut...aber ansonsten   Ach du Schei.....benkleister!
Liebe Grüße, Martina
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« Antworten #4 am: 20. Januar 2012, 14:46:25 »

Ja, liebe Martina, Scheibenkleister finde ich einen passenden Ausdruck für diese SOPA/PIPA-geschichte und die tieferliegende Motivation dahinter.

Auch wenn es hier wohl die wenigsten wirklich interessiert, mir scheint, es zeigt sich hier ein sehr tiefgreifender Konflikt zwischen der Film- und Musikbranche und denen, die Inhalte mit andern teilen möchten und kein Unrechtsbewusstsein im Hinblick auf Urheberrechtsverstösse haben.

Nur zwei Tage nach dem Wiki-Protest (dem sich einige andere angeschlossen haben) wurde dem File-Share-Anbieter "Megaupload" das Licht ausgeknipst und die Betreiber verhaftet.

Hier gibts den NZZ-Artikel dazu (klick!)

Es gibt andere Anbieter, wie zB. Rapid-share, die die gleichen Dienste anbieten.
Wie lange wird es dauern, dass auch dort die Justiz eingreift, denn wer kann schon kontrollieren, ob wirklich nur legale Inhalte hochgeladen werden?

Oben erwähnte ich, dass ein Unrechtsbewusstsein beim Tausch solcher Dateien fehlt.
Man kann das gut finden oder nicht, aber ich denke, das Kopieren und Weitergeben solcher Daten lässt sich einfach nicht verhindern. Früher überspielten wir Musik auf Kasetten und verteilten sie an Freunde und Bekannte. Heute gehts noch etwas einfacher und schneller dank Digitalisierung und Datenkompression.

In der Schweiz erhebt die SUISA deshalb schon lange Gebühren auf leere Datenträger und verteilt dieses Geld an Musiker, die durch das Kopieren ihrer Musik geschädigt werden. Relativ neu wird diese Gebühr auch auf MP3-Player erhoben, geplant ist sie bei Smartphones. Obwohl dadurch auch Leute zur Kasse gebeten werden, die nichts illegal kopieren, finde ich das keine so schlechte "Lösung".
Werden die Daten jedoch via File-sharing direkt geteilt, fällt das weg, es sei denn, die betreffenden Verwertungsgesellschaften könnten sich mit den Anbietern solcher Dienste ebenfalls auf Gebühren einigen (was diese locker via Werbeeinnahmen wieder einspielen könnten.) Bei Youtube zB funktioniert das bereits, weshalb wir zB. in der Schweiz Filme sehen können, die in Deutschland gesperrt sind (die GEMA schafft es offenbar nicht, sich mit Youtube zu einigen und sperrt lieber alles).

Jedenfalls finde ich die restriktive Methoden, welche die US-Justiz anwenden, nicht nur sehr fragwürdig, sondern längerfristig auch sinnlos. Leute, die Daten tauschen wollen finden immer einen Weg.
Und es ist nun einmal so, dass die allermeisten Internetnutzer sich daran gewöhnt haben, dass alles gratis zu haben ist.

Was denkt ihr darüber?

Liebe Grüsse
Esther
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Martina
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« Antworten #5 am: 20. Januar 2012, 19:12:55 »

Mich interessiert das schon, muss aber zugeben das ich mich erstmal einlesen muss.
Irgendwie zeigt das auch, wie sehr man (ich) sich/mich inzwischen daran gewöhnt hat alles im Internet finden zu können, es für selbstverständlich hält und sich keine weiteren Gedanken macht. Nachdem ich nun einmal angefangen habe darüber nachzudenken, würde ich auf Anhieb sagen das Urheberrechte schon wichtig sind.
Auch in Zeiten des Internet kann ich nicht erwarten das Musiker, Cartoonisten und andere mir ihre Arbeiten unentgeldlich zur Verfügung stellen. Die Vorgehensweise in der Schweiz gefällt mir ganz gut. Mir sind eher die Künstler wichtig. Mit SOPA geht es wohl eher um die Filmstudios und die Plattenfirmen, die um ihre Einnahmen fürchten und weniger um die Künstler selbst. Im Bezug auf Plattenfirmen sage ich mal ganz böse: Die vermissen wahrscheinlich die gute alte Zeit, als sie eine Band noch mit einem "Knebelvertrag" ausnehmen konnten.
Ich denke die sollten besser eine Einigung mit den entsprechenden Anbietern finden, denn auch ich meine, wirklich vehindern kann man die Weitergabe und Verbreitung nicht. Was mich allerdings bei dieser  Sache am meisten stört, ist die Tatsache das damit wirklich die Möglichkeit geschaffen würde alle möglichen unliebsamen Internetseiten verschwinden zu lassen. Ich hab hier noch einen Artikel zu dem Thema.
Es geht darum das nach den massiven Protesten einige Politiker in den USA "zurückrudern". Leider hat das nichts mit einlenken zu tun, sondern ausschliesslich mit den bevorstehenden Wahlen. Wenn die vorbei sind, wird das Ding garantiert wieder hervorgeholt.
Hier der Artikel
Wenn sich aber die Macher solcher Dienste wie Megaupload mit ihrem Angebot eine "doppelt vergoldete Nase" verdienen, hat das in erster Linie auch nur mit Geldmacherei zu tun und es geht nicht wirklich um das "freie Internet".
Übrigens finde ich die Reaktion diese Hackergruppe Anonymus "Rache für Megaupload" nicht wirklich gut. Rache bringt nie was Gutes und die Leitungen z.B. des FBI lahmzulegen bringt in der Diskussion um SOPA nicht wirklich was. Es fällt nur leichter die SOPA Gegner auf die "Verbrecherseite" zu stellen.
 Smiley So, ich habe fertig. Das sind meine zugegeben noch relativ ungeordneten Gedanken zu dem Thema.
  Martina
 


  
« Letzte Änderung: 20. Januar 2012, 19:15:51 von Martina » Gespeichert

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lacerta
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« Antworten #6 am: 21. Januar 2012, 00:21:35 »

liebi Martina

dein Ausdruck "Knebelvertrag" stösst mir auf. Das hat damit zu tun, dass ich über 30 Jahre im Schallplattenbussines arbeitete. Genau zu dieser Zeit, als Bands und Musiker noch als Künstler wahrgenommen wurden und ein Zusammenarbeiten zwischen Plattenfirma und 'Musikanten' gang und gäbe war. Verträge wurden ordentlich und miteinander ausgearbeitet. Knebelverträge waren nicht Usus. Ich sag mal, keine Regel ohne Ausnahme. Ich kann dir aber versichern, dass das Zusammenspiel zu dieser Zeit wesentlich humaner war als heute.

Die unschöne Entwicklung in dieser Sparte (Musik) nahm seinen Anfang, als ein Downloaden via Internet ohne feste Gesetzgebung möglich wurde. Verschlafen haben das nicht zuletzt auch die Plattenfirmen.

Urheberrechte ... ohne die geht's nicht. Sei's bei Schriftstellern, Schauspielern, Künstlern die Bilder malen und und und... Die ganze Geschichte ist mittlerweile derart verzwickt und komplex dank www. Ich weiss nicht, soll ich das gutfinden oder verwünschen. Einerseits download ich ebenfalls Musik aus dem Netz, andererseits bringe ich meine ehemaligen musikalischen Kumpels um deren Verdienst (zum Teil).

Als ich heute in den News diesen Kim Schmitz sah, wurde mir grad wieder ziemlich chötzlig.

En herzhafte Gruess
 

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Esther
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« Antworten #7 am: 21. Januar 2012, 08:46:20 »

Herzlichen Dank euch beiden!

Um es ganz klar zu sagen: Ich mag weder diesen Kim-Typen von Megaupload, noch die Hacker von Anonymous.
Und ich sehe durchaus die Problematik, die durch Urheberrechtsverletzungen im grossen Stil entsteht.

Allerdings sollte dabei eben differenziert werden, was wem wieviel schadet und welche Massnahmen da angemessen sind.

Gestern habe ich auch noch einmal ein wenig recherchiert, vor allem im Bezug auf Rapidshare. Offenbar funktioniert es dort ganz gut, dass Raubkopien erkannt, gemeldet und entfernt werden oder sogar bereits beim Hochladen automatisch erkannt und blockiert werden. Deshalb gab es dort anscheinend auch keine Probleme mehr, nachdem das in den ersten Jahren dieses Filehosters noch ganz anders war.
Und bei Megaupload gab es offenbar noch ein spezielles Anreizsystem für Leute, die Illegale Inhalte hochluden, da sie damit sogar Geld verdienen konnten. Insofern ist es wohl doch richtig, dass dies nun gestoppt worden ist. Denn solche Leute, die systematisch Urheberrechtsverletzungen fördern um sich selbst daran zu bereichern schaden einem freien Internet natürlich genau so, wie diejenigen, die aus politischen Gründen alles kontrollieren möchten.

Dann noch ein Gedanke zu den Zahlen über den Schaden, welcher der Film und Musikindustrie durch Raubkopien entstehen soll. Zweifellos entsteht Schaden, aber ich zweifle die Höhe dieser Summen ernsthaft an.
Denn nicht jeder, der sich Musik gratis irgendwoher "saugt" würde, hätte er diese Möglichkeit nicht, stattdessen die CD kaufen.
Der Erfolg von iTunes zeigt meiner Ansicht nach auch, dass viele Leute auch noch immer durchaus bereit sind, etwas für legale Musik zu bezahlen. Aber eben, Musik und Filmindustrie haben da tatsächlich ziemlich geschlafen.

liebe Grüsse
Esther
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