Grau

Da wir ja jetzt einen so schönen,  neuen Blog haben, möchte ich diesen doch gleich einmal ausprobieren und Euch mit meinen skurrilen Gedanken vom heutigen Vormittag belästigen!

Es hat damit angefangen, dass ich mich endlich entschieden hatte, den längst fälligen Coiffeurbesuch auszuführen, um mich der Strubelwelt auf meinem Kopf zu entledigen!

Gesagt getan.  – Wilde Büschel zierten schon bald den Boden im Haarschneideladen!

Und da sah ich es plötzlich: Was auf meinem Kopf übrig blieb ist GRAU! Also, nicht von gestern auf heute, so interessante Streifchen waren schon lange zu sehen, – aber nun muss in der jüngsten Vergangenheit doch etwas geschehen sein, das meinen Ergrauungsprozess in die Höhe schnellen liess!

Hm, interessant!

Nicht, dass ich jetzt deswegen in eine existentielle Graukrise käme, nein, das liegt mir fern! Aber es regte meine Hirnwindungen doch dazu an, sich auf ein paar Extratouren durch die graue Masse zu begeben.

Was liegt da also näher, als mal bei Wikipedia nachzufragen, was grau eigentlich ist.  – Und DIESE Antwort habe ich bekommen:

Als Grau wird ein Farbreiz bezeichnet, der dunkler als Weiss und heller als Schwarz ist, aber keinen farbigen Eindruck erzeugt. Grau besitzt keine Buntheit, es ist eine unbunte Farbe.

Oh, ein Farbreiz! Bin ich jetzt wohl etwas reizender geworden?

Was mich jedoch etwas mehr ins Grübeln bringt ist Wikipedias Behauptung, ich sei ab sofort UNBUNT! Irgendwie finde ich dies jetzt schon etwas frech, – wo die mich doch gar nicht kennen! Ok, manchmal bin ich schon ziemlich fad und langweilig, manchmal trüb und nebulös, – aber dies ist doch noch lange kein Grund, dass in aller Öffentlichkeit behauptet wird, ich sei UNBUNT! – Wenn diie wüssten, wie sehr ich manchmal in meiner Dämlichkeit mit Farbe um mich schmeisse und einem bunten Hund gleiche! Und wenn diie wüssten, welche bunte Farbe ich annehme, wenn ich zu nächtlicher Stunde vor mich hin walle und dampfe!

Ok, ich las weiter, was das schlaue Lexikon weiter behauptet, – und traf u.a. auf dieses:

Generell gilt die Farbe Grau als langweilig, traurig und nichtssagend. Grau ist unauffällig und steht für etwas Unbedeutendes oder Uninteressantes. So spricht man etwa bei einer unscheinbaren („farblosen“) oder schüchternen Person von einer „grauen Maus“.

Da! Schon wieder! Eine Ungeheuerlichkeit! Jetzt muss ich mir so langsam überlegen, ob ich Wikipedia wegen Verleumdung  verklagen soll! Denn immerhin hören die nicht auf, mich abzustempeln! – Lest und staunt über die Dreistigkeit:

Grau steht auch für Sachlichkeit und eine gewisse Unlebendigkeit, die ermüdend wirken kann. Sie wird daher mit Bürokratie und überhaupt mit trockenen, öden, monotonen, faden, unoriginellen, phantasie-, stimmungs-, spannungs- und reizlosen Stoffen.

Boah, Unlebendigkeit! Noch lebe ich! Gut, der zweite Teil des Satzes…… ok! Ich kann wahrscheinlich sehr oft ermüdend wirken, vor allem wenn ich nicht mehr aufhören kann, seltsame Texte von mir zu geben! Aber trotzdem!  trocken, öde, unoriginell, phantasielos… ! Nein, nein, meine Herren (das MÜSSEN Herren gewesen sein!) IIIHR kennt meine zweite Seit üüüberhaupt nicht!

Ich habe noch mehr gelesen

Graue Haare: Da das Haar durch die nachlassende Produktion des Pigments Melanin immer heller wird, werden graue Haare als Zeichen für fortgeschrittenes Alter gewertet. Dieser Effekt tritt auch bei vielen anderen Säugetieren ein. …  Das ergraute Haar zeigt einerseits Dominanz durch Erfahrung, wie bei graue Eminenz, aber auch ein Ausscheiden aus dem Kampf um Fortpflanzung. Diese Ambivalenz von Bedrohung und Harmlosigkeit drückt die Wendung „in Ehre ergraut“ aus, wobei „Alter“ mit Ehrfurcht gekoppelt ist.

 

Ahaaa! JETZT wird es interessant! Gut, der Part mit dem fortgeschrittenen Alter lasse ich jetzt mal unkommentiert stehen, – auch, dass ich gleichgesetzt werde mit anderen Säugetieren, z.B. dem südamerikanischen  Grossohropossum, – auch dies lasse ich mal grosszügig stehen! Schlimmer finde ich dann wieder die Bemerkung über „das Ausscheiden aus dem Kampf um Fortpflanzung“! Das ist ja wohl wahr! Aber wenn die Schreiberlinge nur ein WENIG Taktgefühl hätten, dann würden sie dies hier nicht so laut heraus posaunen!

Aber ich möchte mich jetzt eher auf die Feststellung konzentrieren, dass graues Haar selbstverständlich eine „Dominanz durch Erfahrung“ hervorbringt, und dass dem in Ehren Ergrauten Ehrfurcht gebührt!  –  Wenn ich mir diese zwei Feststellungen auf der Zunge zergehen lasse, dann kann ich die Verleumdungsklage ja noch einmal überdenken.

Mit der letzten Feststellung über das Wort „GRAU“ möchte ich meinen ersten Artikel beenden: weil einer Ergrauten Ehrfurcht entgegengebracht werden sollte, darf jetzt niemand schreiben, die Unbunte hätte jetzt hier einen schönen Quark von sich gegeben!

12 Gedanken zu „Grau“

  1. da bin ich aber sehr begeistert …. wenn man von einer uninterressanten graue Farbe einen solchen interressanten, humorvollen Text darstellen kann, so dass ich diesen Text auch gerne gelesen habe, das nenne ich : eine Schrifstellerin, und eine gute dazu… und das bist Du liebe Zwirbel ! frueu mich für weitere Texte !

    liebs Grüssli
    mimi

  2. Die „Unbunte“ hat einen tollen Artikel geschrieben! Na gut, das mit der Ehrfurcht muss ich mir noch ein wenig überlegen. Zunächst einmal werde ich losziehen und mir ein Bild von einem Südamerikanischen Grossohropossum suchen. Nur um mal eine ungefähre Vorstellung zu bekommen.
    Liebe Grüsse, Martina

  3. Wow Zwirbel, da hat dich aber Wikipedia mit interessanten Feststellungen eingedeckt. Beim ersten Teil musste ich gestehen, dass ich froh war, keine grauen Haare auf dem Haupte zu tragen (meine paar grauen sind selbstverständlich nur grau gefärbt :-)).
    Aber dann kam der Part mit der Ergrauten Ehrfurcht und diese hast du dir somit wohl verdient und soll dir nun hoffentlich von allen Seiten entgegen gebracht werden!

    Super Artikel, vielen Dank!!!
    Liebe ehrfurchtsvolle Grüsse an die erfahrene unbunte Dominanz
    Deine Struppy

  4. Hallooo!
    Das ist ein ziemlich guter Artikel von dir, Zwirbel.
    Ich finde Grau schön, weil es die Farbe des Nebels ist. Leider habe ich kein graues Fell, denn ich bin noch nicht so ganz alt wie du. Aber jetzt weiss ich auch, weshalb Bärtha so dominant ist, zwar nicht durch Erfahrung, denn sie ist schon grau auf die Welt gekommen.
    Leider ist dein Artikel nicht ganz vollständig, denn im Wiki steht auch noch:
    „Nebelgestalten, wie Geister oder ruhelose Tote haben in vielen künstlerischen Darstellungen die Farbe Grau. Sie befinden sich in einem Zustand zwischen Leben (Weiß) und Tod (Schwarz). Der Nebel verhüllt die klaren Farben des Sonnentages und unterstützt eine mystische, entrückte Sicht durch sein Grau.“
    Also bist du jetzt mehr so müstisch und entrückt, jedenfalls auf dem Kopf und das ist doch schon einmal ein Anfang.
    Wenn du noch mehr über Nebel wissen möchtest, darfst du mich immer fragen.
    Tschüüüss
    dein No

  5. Ich lach mich schlaaaahapp *loooooooooool* (öhm… wo sind denn hier die Smilies?)
    und erstarre in ‚leider‘ 😉 erst da und dort ganz leicht ergrauter Ehrfurcht vor dir, liebes Zwirbel-Säugetier! *kniiicks*. Was kann ich, ein mehr als gutes Dutzend Jahre älteres Modell denn nu tun, um endlich auch mit unbunter dominanter Erfahrung brillieren zu können?? *grüüübelheulamBodenzerstörtbin*

    Es härzlichs Grüessli vo mir zu dir, liebs Zwirbel-Gräueli 🙂

  6. liebi Zwirbel
    du bist unschlagbar!
    Unbunter, ja beinahe schon mausgrauer, kann Komik komischer nicht sein.
    Ehrfurchtsvolli Grüess
    dis Ächsli

  7. Du magst zwar ein paar graue Haare haben……aber eine graue Maus bist Du nicht……Du bist eine farbenfrohe humorvolle phantastische Frau……..ich liebe Deine Schreibe……

  8. Ööööhm, kann mir jemand erklären, wie und warum hier von ganz von alleine der „pingback“ zu meinem Artikel („Grün ist die Hoffnung“) entstanden ist?

    Liebs unbuntes Zwürbääl, lass mich auch hier nochmal eine Belobigung zu Deinem grauen Text äußaan! :up:

    Pi…

    1. Ööhmmm… – nö, keine Ahnung, Pi.
      Hattest du ursprünglich einen Link in deinem Artikel zu Zwirbels?
      Das wäre die einzige Erklärung.

      1. Ja Esther, ich hatte einen Link drin, aber der schien nicht zu funktionieren, da habe ich ihn wiede gelöscht.
        Hmmm, werde wohl hier noch ein paar Sachen zu lernen haben…

  9. zum Thema GRAU an Zwirbel!
    nicht von mir – ich schmücke mich mit fremden Federn! Aber es ist etwas wahres dran – GETRAUEN WIR UNS DOCH EINFACH!

    Wünsch dir was
    sagte die gute Fee
    Alt und weise
    möchte ich werden
    und unerschrocken.
    Eine eigensinnige Alte
    mit silbernen Haaren
    ohne Strümpfe
    in lila Sandalen.
    Und Lachfalten
    möchte ich haben.
    Ganz viele.

    Anne Steinwart

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