Ein ganz gewöhnlicher Samstag im Hause Struppy

Endlich wieder Wochenende – Samstag – ausschlafen ist angesagt; obwohl, wenn ich es mir recht überlege, erwachte ich morgens um 6 Uhr, musste mal, legte mich wieder nieder mit dem Gedanken: „Super, heute ist ausschlafen angesagt“. Nach stundenlangem Weiterschlafen sagte mir der Wecker, dass es nun 6.30 Uhr sei und so geht es weiter, bis es mir zu bunt wird und ich mich aus dem Bett quäle. Gut, so früh ist 8 Uhr nun auch wieder nicht, aber schliesslich ist Samstag. Nach dem Meerschweinchenkäfigputz und deren Fütterung will ich mich mit dem frisch aus der Maschine gedrückten und wohlduftenden Kaffee an den PC setzen, da kommt Herr Struppy mit den schon bekannten und heimlich befürchteten Worten: „Wir müssen einkaufen gehen – chunnsch?“. Ab und zu wage ich einzuwerfen: „kannst du nicht alleine gehen?“ – ganz ohne schlechtes Gewissen, denn er geht gerne einkaufen. Heute jedoch nicht, denn es müssen das Grünzeug, der Karton, das Altpapier, die leeren Flaschen, die korrekt zusammengestampften Pet-Flaschen wie auch die gequetschten Blechdosen entsorgt werden. Zudem benötigen wir Gutscheine für 3 neu geborene Babies, das heisst, eigentlich sind es nur 2 neugeborene und das 3. Kind steht schon am Laufgitter und wartet immer noch auf sein Geburts-Geschenk. Gutscheine deshalb, weil deren Grossmütter gesagt haben, dass schon genug Kleider und Spielzeuge vorhanden wären und so können sie sich kaufen was sie wollen (die Babies). Ganz heimlich habe ich jedoch noch je ein Plüschtierchen für alle 3 Kleinen besorgt, denn ein Andenken an die Struppies brauchen sie doch! Es kann nicht immer alles vernünftig gelöst werden!

Nachdem wir uns also durch sämtliche zu besuchenden Stellen geschleppt haben und mir schon ganz schwarz vor den Augen ist, treten wir den Rückweg an und begeben uns nach Hause. Alles Eingekaufte verstauen und mal kurz einen Bissen essen, aber jetzt sofort an den PC! Nein, jetzt muss ich mir selber eingestehen, dass es bei diesem schönen Sonnenschein draussen genug Arbeit gibt, also raus an die frische Luft, ein Griff zum Besen, Terrasse wischen, kurz ein paar Worte mit Amsel-Willi reden, der daneben sitzt und zuschaut, jedoch nicht mithelfen will, Säcke mit abgestorbenen Blättern füllen, welche mit dem letzten Sturm wieder angeweht kamen, die Säcke im Keller verstauen, denn die Grünabfuhr ist am Nachmittag geschlossen.

So, jetzt kommt aber der PC dran – ich begebe mich in die Wohnung, sehe in der Küche die Blumenzwiebeln und Samen, welche wir im Oktober eingekauft hatten. Die müssen dringendst in die Erde, also Blumentöpfe aus dem Keller raufgeholt und draussen auf dem Terrassentisch in Einerkolonne aufgestellt, Erde rein, Zwiebeln in die Erde gedrückt, angefeuchtet und mit den Samen genau dasselbe Spiel. Zwischendurch rasch ein paar Worte mit Amsel-Willi geredet, der soeben wieder angeflogen kommt, weil ihn interessiert, ob er nicht noch einen zweiten Apfel bekommen könnte, weil doch heute Morgen seine Freundin mit dabei war und der Apfel an Grösse zu wünschen übrig liesse – na klar doch, weil Samstag ist! Als die Töpfe fast fertig sind, kommt der Nachbar und fragt, ob wir nicht denken, wir seien zu früh mit Anpflanzen. Ich erkläre ihm, dass dies Zimmerpflanzen seien, was zwar nicht ganz stimmt, aber ich will sie immerhin im Zimmer aufziehen, bevor sie in grössere Töpfe raus dürfen. Er erzählt uns noch von seinem bösen Hahn, welcher ihn und seine Frau angreift, sobald sie sich in den Hühnerhof begeben – er würde sie regelrecht anspringen, Krallen voraus! Der Hahn stellt seinen Kamm und kräht aus Leibeskräften – leider kann ich nicht ganz verstehen, ob er nun die Worte seines Herren gutheisst oder eher bestreitet.

So, das reicht für heute, es ist schon 16 Uhr und jetzt möchte ich endlich ins Förmchen. Nachdem die frisch gesetzten und gesäten Pflänzchen an ihrem Platz stehen, lasse ich den PC an und öffne Mails und Internet. Kaum ein Mail gelesen, da ruft es aus der Küche „kannst du schnell kommen?“ – „Neeeee, bin grad in den Mails“ – Ah nein, das sage ich ja gar nicht, sondern stelle den Laptop, welcher auf meinen Knien zu ruhen pflegte, schnell auf das Sofa und geh schauen, was es so dringendes gibt. Meinem Kochgenie ist das Öl ausgegangen und ich soll ihm doch bitte neues aus dem Keller holen. Na das geht ja noch, ist schnell erledigt und ich kann wieder zu meinen Texten zurück. Weit komme ich nicht, da ruft es aus der Küche „kannst den Tisch decken, es ist bald soweit“. Ich muss ja ehrlich eingestehen, dass ich überglücklich bin, dass Herr Struppy das Kochen so liebt, denn ich kann mich nicht allzu sehr dafür begeistern. Also  wird der Tisch sehr gern gedeckt und auch das Essen war ein kulinarischer Hochgenuss. Für die Küchenputzerei bin dann selbstverständlich ich verantwortlich, denn „wer nicht kocht, der räumt auf“. Um 19.30 Uhr schaffe ich es wirklich, die Mails fertig zu lesen und das Förmchen zu besuchen – nebenbei beginnt der Fernseh-Abend, eben, ein ganz gewöhnlicher Samstag im Hause Struppy.

10 Gedanken zu „Ein ganz gewöhnlicher Samstag im Hause Struppy“

    1. Traudel, Du meinst, Dir gefällt, wie Struppy ihn beschrieben hat! DAS gefällt mir auch, aber diese Art Samstag an sich fände ich nicht so toll – wäre mir für einen Tag, der der Erholung dienen soll(te), äächt zu stressig…

      An Herrn Struppy: Für Öl holen und Tisch decken und Küche aufräumen ist der Koch zuständig, jawoll! Aber ab und zu bitte ich (der Pi-Koch) auch mal das Weipp um Hilfe, klar… ;-).

      Und mit dem Weipp zusammen einkaufen finde ich schrecklich, so liepp ich sie sonst habe.

      Der Pi…

  1. Boooaaah, Struppy! Ich bin ja ganz ausser Atem, nur vom lesen! 😉
    Das Wichtigste war jetzt aber bestimmt, dass Willy einen zweiten Apfel bekommen hat, oder? 😀
    Ich liiiebe Deine Schreibe! Jawoll!

    Liebs Grüessli
    Zwirbel

    1. Hououououoouh! Struppy – ähnlich wie bei Zwirbel, vielleicht noch ein Mü mehr, hat mein Atem verzögert gearbeitet 😀 beim Lesen von Struppies Samstagern.
      Ich dachte bis eben, MEINE Tage vor den Sonntagen wären ausgefüllt 😕
      Danke für deine anschauliche Erzählung

  2. Huiii, nach soo einem Samstag kann der Sonntag nur besser kommen.
    Ruh dich mal aus….oooder, schreib uns doch noch eine schöne Sonntagsbloggeschichte…*freu“!

    Danke für diesen heiteren Tagesrapport, liebe Struppy!

    1. Es ist jetzt kurz von 6 Uhr morgens. Bin ich froh das heute kein Samstag ist, denn sonst würde mir Angst und Bange werden 😉
      Struppy Deine Erzählung sind einfach herrlich 🙂

  3. Danke für Deine Samstagsgeschichte!
    Aber— wo bleiben die Fotos von Amselwilli, wenn Du schon so ausgiebig mit ihm geplaudert hast?
    Gruss, Lara

  4. Danke euch allen für die Kommentare. Etwas muss ich noch richtigstellen: ich fand den Samstag gar nicht stressig, im Gegenteil, ich war froh, dass wieder mal was erledigt wurde und zum Kochen: das haben wir so abgemacht: A kocht und B räumt auf (und spielt Handlanger) oder umgekehrt. Also war alles ganz in Ordnung so. Aber etwas muss ich eingestehen: ein Besuch von Willi, wenn ich draussen bin, das ist wirklich das Schönste!

    Ich werde mal wieder ein Foto oder Filmchen zeigen, versprochen.

  5. So im ganzen gesehen war Dein Samstag so richtig erfolgreich.
    Vieles erledigt……mit Schwung und Elan………….das zieht eine echte Zufriedenheit ein.

    Nur um eines beneide ich Dich sehr!!!! Amselwilli

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