Sauregurken

Neulich begenete mir das Wort Sauregurken. Es sagte mir nämlich jemand, jetzt sei dann wieder diese Zeit, die man so nennt. Also Sauregurkenzeit. Und da ich in dieser Zeit normalerweise schlafe und keine Erfahrung damit habe, wusste ich nicht so richtig, was das bedeutet. Aber es tönte interessant.
Um meinen Ruf als Klugbär und Erklärbär nicht zu schädigen, habe ich aber nicht nachgefragt, was Sauregurken sind und habe nur ein wissendes Gesicht gemacht und dann selber heimlich nachgeforscht, indem ich Albertli gefragt habe. Weil Albertli nämlich mein Freund ist und Freunde kann man immer alles fragen, ohne fürchten zu müssen, seinen Ruf zu schädigen und alles.
Albertli hat mir dann gesagt, dass er es auch nicht so richtig wisse, was es mit der Sauregurkenzeit auf sich habe, ausser, dass es da einen Zusammenhang mit dem Sommerloch gibt.
„Ja, wie jetzt? Wird das Sommerloch etwa mit Gurken gefüllt?“ , habe ich gefragt aber Albertli war nicht sicher und meinte, er glaube eher, die würden dort wachsen oder so.
Aha, habe ich gedacht, das tönt irgendwie noch logisch, weil es im Sommerloch sicher nicht so viel Licht gibt, ist es ja klar, dass Gurken, die dort wachsen, sauer sind. Allerdings warf dies wiederum die wichtige Frage auf, weshalb jemand überhaupt daran interessiert sein könnte, in diesem Sommerloch etwas zu pflanzen, weil es ja im Sommer bestimmt noch ganz viele Orte ausserhalb des Lochs gibt, die geeigneter für Pflanzen wären, aber Albertli sagte, die würden vielleicht gar nicht gepflanzt, sondern wüchsen einfach so.
Schliesslich beschlossen Albertli und ich, unser Taschengeld zusammenzulegen und ein Glas Sauregurken zu kaufen um zu schauen, ob wir irgend einen Hinweis auf das Sommerloch darin finden könnten und das nennt man Feldforschung.
Als wir das Glas so von aussen betrachteten, bemerkten wir als erstes, dass die Gurken elend eng aneinandergedrängt herumschwimmen mussten, fast wie Ölsardinen. Und als wir das Glas dann öffneten und eine Gurke herausfischten um sie zu fragen, ob sie im Sommerloch gewachsen sei, bekamen wir keine vernünftige Antwort, sondern eine Beschwerde der Gurke, weil es einfach eine Zumutung sei, in solch beengten Verhältnissen zu leben und da müsse man ja sauer werden und bestimmt verstosse eine solche Behandlung gegen alle möglichen Schutzgesetze und so weiter. Und aus dem Glas tönten die anderen Gurken und stimmten lautstark zu.
Albertli hielt sich dann die Ohren zu, weil er das Gejammer nicht mehr hören konnte und dann holte er rasch den nächsten Behälter, den er fand und das war das alte Aquarium, in dem leider keine Fische mehr waren, weil Albertli sie mal aus Versehen gegessen hat. Und dann kippten wir das ganze Glas mit seinen sauren Bewohnern ins Aquarium, damit wir in Ruhe im leeren Glas nach dem Sommerloch suchen konnten, aber wir fanden keines, da war nur gewöhnliches Nichts und nichts Sommerlochförmiges.
Als wir dann wieder zum Aquarium schauten, sahen wir, dass die Gurken darin irgendwie gar nicht mehr sauer waren sondern ziemlich fröhlich herumschwammen.
Und das, fanden Albertli und ich, ist ja irgendwie auch nicht schlecht.

6 Gedanken zu „Sauregurken“

  1. Du meine Güte, No!!! Was ihr Zwei wieder alles herausgefunden habt! Mir ist ganz schwindelig! Zum einen, weil ich das noch nicht wusste, dass die Saurengurken im Sommerloch wachsen und deshalb ja WIRKLICH sauer sein müssen…. und zum anderen, weil ich auch ein Glas Sauregurken im Kühlschrank habe! Jetzt bin ich sofort zu ihnen gerannt, um zu fragen, wie es bei ihnen mit dem Platz stehe, – und – genau wie du sooo gut beschrieben hattest, sie begannen zu jammern wiiie wild!
    Da ich aber leider kein so tolles Aquarium wie du habe, fand ich jetzt eine andere Variante, um den armen Dingern zu mehr Platz zu verhelfen! *rülps* Es waren wohl etwas VIELE…. ich fühl mich so sauer!
    DAS, lieber No KÖNNTE auch die Sauregurkenzeit sein: die Zeit, die es braucht, bis man die sauren Dinger etwa annähernd verdaut hat und sie einem nicht mehr aufstossen!
    Hä, was meinst du zu dieser Interpretation!
    Super hast du geschrieben, du kleiner Schlaubär! Ich habe mich gekugelt! 😆
    Liebe Grüsse
    Deine Zwirbel

  2. Du liebster und bester Erklär – und Klugbär wo es gibt……wenn es Dich nicht geben würde dann müsste man Dich wirklich erfinden……so eine tolle Geschichte….. . 😆 ….jetzt weiss ich wenigstens warum die Gurken so sauer sind……ich habe gottseidank keine mehr im Külschrank ….sonst hätte ich sie jetzt auch umgesiedelt……aber vielleicht sollten wir mal eine Demonstration vor den Supermärkten machen ….so mit Pappschildern….“ Gebt den Gurken mehr Platz “ ……oder “ Mehr Bewegungsfreiheit für die Gurken “ …..ich glaube ich werde da heute Nacht mal drüber nachdenken……. 😆

    Aber was mich noch interessieren würde….wo bist Du denn dem Wort begegnet….bei einem Spaziergang…..oder in der Eisdiele…..oder im Wald….???……Lief es da einfach so rum und sprach Dich an……???…..

    Liebe Grüsse Dein Julchen

  3. Oh No, du liebster Klugbär, das hast du aber wieder toll erklärt. Ohne dich würde ich niemals nie wissen, wo die Saurengurken wachsen. Jetzt wo du es ausgesprochen hast, ist es auch für mich ziemlich logisch, dass diese sauer sind, wenn sie im schattigen Sonnenloch gepflanzt werden. Vielleicht ist das Absicht, denn nach einem ganz süssen Kuchen, isst man am besten eine saure Gurke und schon befindet man sich mitten in der Sauregurkenzeit 🙂 und alles.

    Danke, lieber No, für deine tolle Erklärung samt schönem Bild mit dir und Albertli hinter den fröhlich schwimmenden Gurken
    und liebe Grüsse von deiner Struppy

  4. Lieber No, endlich weiss ich jetzt auch bescheid wegen den sauren Gurken und dem Sommerloch, das wollte ich doch schon sooooooooo lange wissen !

    Zum Glück bibt es Dich No ………. merci vielmol

    liebs Griessli
    mimi

  5. Liebster No,
    ich sage einfach nur: GRANDIOS!
    Weisst du, das bedeutet, dass mir deine und Albertlis Forschungen und ganz besonders die Feldforschung ganz toll gefallen haben. LG, Martina

    PS Ihr zwei könnt ein „Sommerloch“ ganz prima füllen, und das bedeutet wiederum, dass man niemals Langeweile hat, solange ihr euch ab und zu meldet! 🙂

  6. No, du einmaliger Bär! Du bist fabelhaft!!
    Apropos fabelhaft – weisst du eigentlich, dass man auch Meister Petz zu einem Bären sagt. Meister Petz ist der Bär in der Fabel. Und Petz ist eine Koseform für Bernhard, was starker Bär bedeutet. Es bizzeli ein Chrüsimüsi, gäll!
    Also ich finde, du bist sehr stark im Sommerlöcher fabulieren und ausserdem heisst du ein wenig wie Börni 😀
    Und wenn dann dein Albertlifreund die sauren Gurkenlöcher im Wasser mit Luftblödderlis auffüllt finde ich das sehr fantasievoll … genau genommen fantastisch!
    es liebs Grüessli vom Ächsli

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