Gedanken zum Frühling

Als Herbstbär, der normalerweise nur im November wach ist, waren für mich die anderen Jahreszeiten bisher eher weniger bekannt und das nennt man Terra incognita und ist Lateinisch.
Da ich jetzt aber wegen der äusseren Umstände öfter mal wach bin, werde ich natürlich auch mit diesen Jahreszeitenphänomenen konfrontiert und das ist ziemlich interessant und alles, obwohl ich ja finde, dass der Frühling im Allgemeinen überschätzt wird.
Das war nämlich das Erste, das mir aufgefallen ist, dass ganz viele Leute so ein Gewese um diese Jahreszeit machen, als hätten sie noch nie etwas von der Schönheit eines satt-nebligen Novembertages gehört.
Also, naja, zugegeben, wenn alles so grün wird und die Büsche blühen und die Vögel brüllen und dann brüten und süsse Küken aufziehen, dass kann natürlich schon die Gefühle beflügeln und die Füsse zum hüpfen bringen und alles.
Und? Fällt euch beim oberen Abschnitt etwas auf?
Damit ihr es besser bemerkt, gebe ich euch einen Hinweis: Achtet mal auf die fettgeschriebenen Buchstaben.
Na? Genau! Das sind alles die gleichen Buchstaben, nämlich üs, wie in Frühling!

So. Und jetzt kommt meine Theorie: Das ganze positive Getue um den Frühling hat nämlich nur am Rand mit dem Wetter und all den natürlichen Vorgängen oder den Hormonen und ähnlichen Sachen zu tun, sondern wird durch die Sprache ausgelöst.
Da staunt ihr, wie? Ist aber so! Denn weil besonders viel Wörter mit dem Buchstaben ü drin mit dem Frühling in Verbindung gebracht werden und weil, wenn man oft genug ü sagt man so einen spitzen Mund machen muss wie beim Küssen (seht ihr, wieder so ein ü-Wort!), also deshalb bleibt so ein Gefühl und man spürt, wie es einem das Herz ein bisschen lüpft.
Und heute ging ich in den Park und dort sah ich den Beweis, denn sogar die Müllkübel waren überfüllt, so dass es viel mehr Müll überall auf den blühenden Wiesen gab.
Und das ist doch ein ganz klares Zeichen, findet ihr nicht?

Im Herbst dagegen dominieren die Es. Nebel, Regen, schwere Bedenken, ihr versteht, was ich meine? Sagt mal eeeeeee! Das geht irgendwie gar nicht, ohne den Mund in die Breite und ein wenig nach unten zu ziehen und das ist auch genau die vorherrschende Physiognomie, die man im September, Oktober, November und Dezember antrifft!
Tja, das kann man gar nicht ändern.

Ich mag den Herbstnebel trotzdem. Man kann dann so schön im Trüben grübeln! – Uups, jetzt hat mich der Frühling doch noch erwischt!

5 Gedanken zu „Gedanken zum Frühling“

  1. Liebster No

    Da hast du deine FÜhler ganz gefÜhlvoll ausgestreckt…so ein gutes „FrÜhlings-G’spÜri“ gibst du uns rÜber!
    Klug…klÜger am KlÜgsten…du bist und bleibst der allerklÜÜÜgste Bär aller Jahreszeiten…

    Liebs GrÜessli

  2. Mein liebär No….heute morgen wie ich zur Arbeit gefahren bin ….da habe ich ganz feste an Dich gedacht….denn über dem Rhein war ein ganz toller Nebelschleier……du siehst auch im Frühling gibt es Nebel……überhaupt ist jede Jahreszeit ganz toll wenn Du so toll darüber philosophieren kannst….und wenn man das Wort No spricht…dann verzieht sich der Mund zu einem Kussmund……und dafür kriegst Du jetzt einen ganz dicken Kuss von mir…….Du schlauer kleiner toller allerbester No von der ganzen Welt…

    Dein Julchen

  3. Au liebster No, von dir kann man soviel lernen. Jetzt weiss ich auch endlich, weshalb die Leute im Früühling Gefüühle für’s Grüüne und Schüüne (äh Schöne) haben und im Heerbst den Neebel und Reegeen lieben. Vielen Dank für deinen ganz tollen Artikel und alles. Das hast du super gut erklärt! 😉

    Liebe Grüsse
    von deiner Struppy

  4. NoBür, du lübber

    üjeh, weisst du, wieviele üs du benützt – hüüh?
    Es würgt mich das Lachen, mein Mund spült üble Streiche. Überall krüslet er sich.
    Küssli 😀

  5. Mein allerliebster, bester, klügster Bär,
    jetzt weiss ich endlich warum ich mich im Frühling manchmal so üüüübermüüütig fühle!
    Es liegt an den vielen Ü`s. Das hast du mal wieder ganz primatoll erklärt.
    🙂 Martina

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