Sollbruchstelle

Es kommt manchmal vor, dass man am Morgen erwacht und eine Melodie im Ohr hat, oder ein Bild ist vom letzten Traum hinter den Augen hängen geblieben, oder ein Geschmack liegt noch schwer vom Schlaf auf der Zunge – na gut, das ist dann nicht so angenehm, aber der Vollständigkeit halber musste ich es trotzdem erwähnen.
In etwas selteneren Fällen wache ich mit einem Wort auf. Es steht in dicken Lettern an der Grenze zwischen Traum und Tag, ein einziges Wort. Ich öffne die Augen und da ploppt es auf, wie diese lästigen Pop-ups im Internet und unwillkürlich tastet die Hand im Bett nach der Maus und der Blick gleitet nach rechts oben um dieses Kreuzchen zu finden, mit dem ich das Ding wieder los werde.  Geht nicht. Keine Maus, kein Kreuzchen, das Wort bleibt. Bleibt, bis ich es lese, auch wenn es kein Wort ist, mit dem ich mich um diese Zeit befassen möchte. Sollbruchstelle. Sollbruchstelle weiterlesen