„Eine böse Geschichte über zwei Intellektuelle“ (5+6)

Liebe Förmchen, da ich nicht weiß, ob ich morgen dazu komme, Euch eine Fortsetzung reinzustellen, gibt es die heute schon – zumal Ihr die Story offenbar mit Spannung lest. *freu*
In den nächsten 3…4 Kapiteln werden, wie ich denke, etliche von Euch ziemlich zu leiden haben – aber schließlich soll das Elend der Heldin ja nachspürbar sein…
Da müsst Ihr durch!

Kapitel 5

Zum ersten Male erwachte die Gefangene hier unten gut ausgeruht und stand recht unbeschwert auf. Dies lag wohl vor allem darin begründet, daß sie den Beginn der geistigen Tortur selbst festlegen konnte, ja sie hatte eigentlich auch die Möglichkeit, es ganz zu lassen! Der Verstand sagte ihr aber deutlich genug, daß sie sich dem Unvermeidlichen nicht würde entziehen können.
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„Eine böse Geschichte über zwei Intellektuelle“ (3+4)

So liebe Förmchen, nun der zweite Teil vom Fortsetzungsroman ;-):

Kapitel 3

Ein leichtes Gefühl der Langeweile überkam sie allmählich, zumal sie sonst fast niemals gegen ihren Willen mit sich allein war. Wenn Roxana-Sybill gerade nicht arbeitete (also dichtete) oder sich selbst pflegte, war ihr Einsamkeit zuwider. Sie sorgte dann stets schnell für Gesellschaft, gewöhnlich, indem sie ein Mitglied ihrer geistigen Runden anrief. Da letzteres hier nicht möglich war, begann die Dichterin, nach Schreibmaterial zu suchen, um etwas zu arbeiten. Seltsamer- und vor allem ärgerlicherweise fand sich in dem ganzen großen Labor nicht die geringste Spur von Schreibutensilien. Zunächst war sie darüber höchst erstaunt, erinnerte sich aber dann, daß ihr Mann alle Schreibarbeiten auf seinem Computer erledigte – eine der Angewohnheiten die sie an ihm besonders störten. Dies lag wohl in ihrem nahezu religiösen Verhältnis zum Schreiben begründet, das für sie eine unlösbare Einheit mit dem Dichten bildete. Profanes Schreiben (Berichte, Formulare oder ähnliches) empfand die schöngeistige Frau daher immer ein wenig als Sakrileg. Dementsprechend durfte man im Prinzip nur mit der Hand schreiben, sodaß Roxana-Sybill lediglich für die Reinschriften ihrer Manuskripte, die sie bei Verlagen einreichte, widerstrebend zur Schreibmaschine griff. Von einem seelenlosen elektronischen Pseudohirn, einem Computer, konnte natürlich keine Rede sein.
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