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Falken-Foermchen  |  Treffpunkte  |  Formulier Bar  |  Thema: Eine ruhige Ecke « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Eine ruhige Ecke  (Gelesen 3654 mal)
Zwirbel
Förmchen-Seele
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Beiträge: 10223



« am: 18. August 2010, 01:28:16 »

Esther

Hallo ihr Lieben,

erlaubt mir, dass ich in unserer Bar noch eine kleine und etwas ruhigere Ecke einrichte.
Hier sollen die etwas leiseren, vielleicht auch nachdenklicheren Gedichte und Texte einen Platz finden, ohne dass dadurch die unbeschwerte Heiterkeit der anderen Themen beeinträchtigt wird.
Das heisst natürlich nicht, dass wir hier jetzt in Tiefsinn versinken müssen :wink:.
Und ich hoffe, dass ich hier auch nicht alleine bleibe. Smiley


 Einladung

Komm, setz dich und erzähl mir was,
erzähl mir, was du denkst,
dir zuzuhören macht mir Spass,
wenn du mir Worte schenkst.

Möcht gerne wissen, was du siehst,
wenn du die Welt betrachtest,
wenn du in ihren Bildern liest
und sie mit Sinn befrachtest.

Erzähle mir, was gestern war,
als wir uns noch nicht kannten
und uns deshalb, wie sonderbar,
auch noch nicht Freunde nannten.

Erzähl mir auch, was morgen ist,
lass Geist Zeit überwinden
und wenn du auch kein Seher bist,
kannst du doch was erfinden.

Komm, setz dich und erzähl mir was,
bau uns ein Wortgebäude,
dir zuzuhören macht mir Spass,
dich zu verstehn - macht Freude.



Zwirbel


Esther, was für ein GUTER Gedanke
ich sag dafür herzlich danke!
Die ruhige Ecke hatte noch gefehlt bisher,
dass sie nun geschaffen ist, freut mich sehr.

Vielleicht gelingt es mir ja nun,
nicht IMMER NUR "lustig zu tun".
Klar, der Humor tut mir gut wie verrückt,
aber manchmal bin ich darüber auch nicht entzückt.

Ab und zu etwas ernster, das tut
mir wahrscheinlich ziemlich gut.
Aber wie gesagt, wirklich nur ab und zu!
So schnell lass ich Euch mit meinem Geblödel nicht in Ruh!!!

 Zwinkernd



Helia

Das würd' ich mir auch verbeten haben
An deinen Blödeleien tun wir uns erlaben.
An manchen tristen Wintertagen
Bekämpft man so das Unbehagen.

So herzlich lachen tut doch gut,
Und gibt bestimmt noch andern Mut.
Anstatt sich grämen bis auf's Blut,
Steckst du uns Smilies an den Hut.

Wir lachen, was das Herz begehrt
Und sind von Sorgen dann bekehrt.
Deshalb sei von mir ganz sanft belehrt,
Der Blödsinn hat auch seinen Wert!




Esther


Der Narr

Das Licht zu grell, der Saal zu laut,
die Augen trübe und bleich die Haut,
so sitzt er, an die Wand gedrückt,
in seiner Einsamkeit entrückt

aus dieser leeren Wirklichkeit,
manchmal ein bisschen Heiterkeit,
ein kleines Lächeln, verirrt und zerstreut,
verschenkt und verloren, doch niemals bereut.

Sein Vater, ein berühmter Mann,
den nichts so leicht erschüttern kann,
der heisst Humor und ist bedacht,
dass er das Schwere leichter macht.

Auch seine Mutter ist bekannt,
sie wird Melancholie genannt.
Sie ist von erdenschwerer Kraft
und schöpferischer Leidenschaft.

Er trägt das Erbe von den beiden
und oft kann er sich nicht entscheiden,
auf den Lippen ein Lächeln, im Herzen ein Weinen,
muss er sie beide in sich vereinen.

Dann wird es dunkel, nur ein Licht
scheint ihm jetzt mitten ins Gesicht.
Im Saal wird's plötzlich totenstill,
weil jeder ihn gern hören will.

Und er steht auf, verbeugt sich dann
und zieht die Narrenkappe an,
beginnt zu spassen und zu scherzen,
erheitert und erreicht die Herzen,

verzaubert alle mit seinen Geschichten,
Liedern, Pointen und Gedichten.
Dann ist's vorbei, nach viel Applaus
gehn alle frohgestimmt nach Haus.

Nur er bleibt noch, lehnt an der Wand,
die Narrenkappe in der Hand,
hört noch das Lachen im leeren Saal
und fürchtet sich vor dem nächsten mal.

In seiner schweren Einsamkeit
liegt dennoch ein bisschen Heiterkeit,
ein kleines Lächeln, verirrt und zerstreut,
verschenkt und verloren, doch niemals bereut.
Gespeichert

winke-winke   
Zwirbel
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« Antworten #1 am: 18. August 2010, 01:33:08 »

Zwirbel

Arbeit

Morgen, nein genau, es ist schon heute,
sind wir wieder simple Arbeitsleute.
Vorbei die Zeit, sich auszuruhn,
und einfach einmal nichts zu tun.

Normalerweise liegt es mir fern,
darüber zu Jammern, ich arbeite gern.
Nun aber hat sich die Arbeitslust verkrochen,
in mir ist etwas zusammengebrochen.

Eine üble Krankheit hiess mich im letzten Jahr
sehr lange das Zuhause hüten, das ist wahr.
Aber nicht ich beklage nun die Krankheitszeit
nein, meinem Arbeitgeber geht diese zu weit!

Man sagte mir ganz klipp und klar:
wenn ich nicht gesund sei im neuen Jahr,
und ich meine Stelle nicht zu 100% besetze,
dass man mich dann einfach ersetze.

Ob dies die Gesundheit fördern tut,
das Engagement und auch den Mut?
Ob der Körper diese Sprache versteht,
und jaa keine "Panne" mehr entsteht?

Ich weiss es nicht, doch mehr beschäftigt mich,
wie knallhart können Menschen verändern sich,
wenn nur noch Wirtschaftlichkeit und Geld regiert,
und Menschlichkeit nur das Papier auf dem Leitbild ziert.




Helia

Donnerwetter! Das ist stark!
"Die" leisten sich heut' jeden Quark!
Wir haben ja die grosse Krise,
Da geht dann jede Tour, auch eine fiese.

Vergebens suchst du Menschlichkeit,
Für Menschlichkeit ist keine Zeit.
Denn Zeit ist Geld heut' mehr denn je,
Dem "Arbeits-Sklaven" tut das weh.

Den grossen, fetten Bossen nicht,
Die lachen frech dir ins Gesicht.
Wenn denen nur die Kasse stimmt
Und ihnen keiner etwas nimmt.

Sie denken, dass ein Angestellter Urlaub macht,
Wenn seine Gesundheit aus den Fugen kracht.
Haben Angst, Geld zu verlieren
Drum muss man Kranke aussortieren!

___________________________________

Doch hat ein neues Jahr begonnen,
Jetzt kann es nur noch besser kommen,
Ganz fest ich dir die Daumen drücke
Dass der Einstieg dir auch glücke.



Pispezi

Liebes Zwürbäl, so ein Pack!
Besser wär's, du haust in' Sack.
Mach diesen Job, so lang es geht
und dein Körper noch besteht.

Bist du krank, dann bist du krank,
bleibe heim, kriegst eh kein' Dank.
Und kündigen aus Krankheitsgrund:
Darf man das, ist das gesund?

Habt ihr echt kein Arbeitsrecht,
das "Arbeitnehmern" wird gerecht?
Ist die Schweiz so unsozial,
dass du rechtlos bist, total?

Ach verdammt, was kann man tun,
wenn dein Boss ein hohles Huhn?
Wünschen würd ich, liebes Zwirbel,
du hätt'st Kraft zum Riesenwirbel.

So bleibt uns hier eines nur:
Dich zu trösten um die Uhr,
und dich kräftig zu bedichten,
um dich wieder aufzurichten!
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winke-winke   
Zwirbel
Förmchen-Seele
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« Antworten #2 am: 18. August 2010, 01:35:49 »

Zwirbel

Meine Lieben

Über Eure Anteilnahme bin ich sehr gerührt,
und Eure Unterstützung hab' ich echt gespürt!
Mein halber Arbeitstag verlief recht gut,
für Morgen fasse ich nun neuen Mut.

Verkrampfte Stimmung, blanke Höflichkeit,
schlechtes Gewissen? spürbare Unsicherheit,
gespielt überheblich, gewisses Misstrauen,
doch unfähig mir in die Augen zu schauen.

Dem allem bin ich begegnet heut -
es wär' soo nicht nötig, ihr lieben Leut!
In die Arbeit lasse ich mich gerne einbinden,
- zum Büro verlassen muss ich mich überwinden...

"Angezogene Bremse", - so kam ich mir vor,
und zuständig wäre ich doch sonst für den Humor!
Aaaber nicht alle sind in beschriebener Laune
mein LICHTBLICK ist dort, darüber ich staune!

So gehe ich mal weiter mit Ungewissheit
und mach mir eigne Gedanken zur Menschlichkeit.
Über Arbeitsrecht werde ich morgen wen befragen,
Doch, dass ich am kurzen Hebel bin, wird sie mir wohl sagen!

Zum Schluss: woran ich jetzt am meisten denk:
FREUNDE an der Seite - ist das grösste Geschenk!



Esther

Froh bin ich mit dir, liebe Zwirbel,
gabs bei der Arbeit keinen Wirbel,
wenn auch die Stimmung dort, ganz klar,
wohl wirklich etwas seltsam war.

Dass du auch einen Lichtblick gesehen,
das ist dir mehr als recht geschehen,
verdient hast du, so will mir scheinen,
ja wahrlich mehr, als bloss den einen.

Doch immerhin, sowas tut gut,
ich wünsch dir weiterhin viel Mut,
und Kraft zu kämpfen, wo's nötig ist
und Menschen, wo du geborgen bist.




Esther

Vielleicht liegt's am langen Winter
und es steckt nicht mehr dahinter -
wenn ich in Gesichter schau,
wirken die oft stumpf und grau.

Oder vielleicht ist es diese
riesengrosse miese Krise,
von der alle Welt jetzt spricht
und die zunimmt an Gewicht.

"Ich kann Krise!" - aber dann,
denk ich auch dass sie uns kann...
Schwere Kost liegt unverdaut,
Asche unter dünner Haut.

Doch jetzt herrscht, kaum zu beschreiben,
plötzlich buntes Maskentreiben
und die Mienen voller Sorgen
werden sorgsam nun verborgen

hinter Fratzen, die nichts sagen
über jene, die sie tragen.
Und so ziehen sie in Massen,
farbig lärmend durch die Gassen.

Alles Graue ist verschwunden,
wenn auch nur für ein paar Stunden.
Doch ist diese Zeit auch knapp,
vielleicht färbt ja etwas ab?

Und werden die Masken abgenommen,
haben Gesichter Farbe bekommen.
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winke-winke   
Zwirbel
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« Antworten #3 am: 18. August 2010, 01:43:42 »

Struppy

Schicksal eines Meerschweinchens

Genau zwei Jahre ist es her
da kaufte ich zwei Schweinchen.
Die Wahl, die fiel mir gar nicht schwer,
ich fand acht hübsche Beinchen!

Tim und Struppy – so ihre Namen –
gefiel es bald in Laufen,
sie gehören zu den Zahmen,
ich würd sie wieder kaufen!

Jedoch noch in den ersten Tagen
da legt sich Timmy nieder,
etwas schien ihn arg zu plagen
ein Aug tränt immer wieder.

Der Tierarzt, der um Rat gebeten,
stellt fest: „das Aug ist hin“ -
und er schlägt vor, etwas betreten:
„s’muss raus, nur das macht Sinn.“

Mit scharfer Kralle hätt‘ Tim wohl
die Verletzung aufgelesen.
Dank Jugend ist er pudelwohl
und schnell wieder genesen.

Er ass, wie Schweinchen dies nun tun
Salat in grossen Mengen –
auch Körner, ohne auszuruhn
fast bis zum Bäuchlein sprengen.

Auf die Waage brachte er
eins-komma-vier Kilo,
doch vor paar Wochen staunt ich sehr
er frisst nicht mehr so froh.

Der Tierarzt, der hinzugezogen
untersucht ohne zu quälen
und sagt, die Brauen hochgezogen:
„es tut ihm gar nichts fehlen.“

Doch Tim verliert nun an Gewicht
steht knapp bei Gramm neunhundert,
es wird geröntgt Fuss bis Gesicht,
der Tierarzt ist verwundert.

Alles scheint okay zu sein -
ich stopf seit Wochen Brei
dreimal täglich in ihn rein
weil dies das beste sei.

S’fängt an um 6 wenn s’Hähnchen kräht
und dauert eine Stunde,
nach der Arbeit und Nachts spät
je wieder eine Runde.

Obwohl er dieses Futter liebt
isst er nichts anderes mehr.
Er schmiegt sich an, an die die gibt
ganz ohne Gegenwehr.

Jetzt wär ich froh und glücklich auch
wenn der Zeiger an der Waage
ansteigen würd und auch der Bauch
wächst dieser nächsten Tage!




Schicksal eines Meerschweinchens (Fortsetzung)

Was weiter ging mit Tim dem Kleinen
Möcht ich euch hier berichten.
Stand gestern früh nicht auf den Beinen
Er konnte es nicht richten.

Die Schwäche hat wohl zugenommen
Nicht wie geplant der Tim
Dem sind die Kilos weggeschwommen
Er war so dünn – ganz schlimm.

Zum Tierarzt hab ich ihn gebracht
Für den war alles klar:
Er hätte es noch halb gedacht
S’würd nie mehr so wie’s war.

Nun ist der Timmy angekommen
Im Meerschweinhimmel oben
Er hat sich äusserst gut benommen
Ich muss ihn einfach loben.

Die Struppy ist nun ganz allein
In ihrem grossen Haus
Ich glaub sie will ein Männlein klein
Die arme süsse Maus.
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winke-winke   
Zwirbel
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« Antworten #4 am: 18. August 2010, 01:49:29 »

Wort-schatz

Mein erstes Buch

Das größte Glück auf dieser Welt
ein Buch, das man in Händen hält.
Und ganz besonders groß der Stolz,
wenn dieses Buch von eignem Holz.

Das heißt, wenn auf dem Einband steht,
wer wirklich an dem Buch gedreht.
Wer sich den Inhalt ausgedacht,
schlaflos so manche Nacht durchwacht.

Der Hauch weht - der Unsterblichkeit -
von hier bis in die Ewigkeit.
Mit Schillers Räubern, Goethes Faust
man durch das Universum saust.

Ein Werk, so wie ein Viadukt
- in Büddelsteadt wurd´ es gedruckt -
Das bringt mir nun der Welten Ruhm.
Dies Buch, es ist mein Heiligtum.

Es ist der Weisheit letzter Schluß, 
ein literarisch Hochgenuß,
setzt weite, neue Horizonte,
die man bisher nur ahnen konnte.

Bescheidenheit zählt viel für mich -
und deshalb schrieb und fragte ich
den größten Kritikus  im Land,
wie er mein Buch - mein Werk - wohl fand.

Dann kam die Antwort mit der Post,
vom Kritiker Hans Heinrich Frost:
„Ihr Buch bringt - wie könnt’s anders sein -
ganz neue Perspektiven rein.

Vermittelt ungeheures Wissen
Wir sind hin- und auch hergerissen.
Es gibt - dies lernten wir dabei -
in Büddelstaedt ‘ne Druckerei.




Wort-schatz


EIN WORT


Ein Wort, ein Satz -: aus Chiffren steigen
erkanntes Leben, jäher Sinn,
die Sonne steht, die Sphären schweigen
und alles ballt sich zu ihm hin.

Ein Wort -, ein Glanz, ein Flug, ein Feuer,
ein Flammenwurf, ein Sternenstrich-,
und wieder Dunkel, ungeheuer,
im leeren Raum um Welt und Ich.





CaraMia

ratlos

Wenn eine einen Rat bekommt,
und kann den gar nicht brauchen...
weil dieser Rat ihr aufgedrängt,
nur dient, sie klein zu stauchen;
wenn eine wird mit Rat geschlagen,
ohne dass die andern fragen:
wie geht es dir, was brauchst du nur?
und stellt sich darauf einfach stur;
wenn eine diesen Rat nicht nimmt
und sagt: Ich bin schon selbst groß!
auf ihren Bauch hört (weil der stimmt) -
dann ist sie glücklich Rat los.


Damit meine ich niemanden hier bei uns, damit da bitte keine Irritationen aufkommen!




Wort-schatz


Ein Winter auf Mallorca



Ein Mensch, den tief die Schwindsucht quält,
hat sich Mallorca ausgewählt,
und Valldemosa gut befunden,
um dort im Winter zu gesunden.

Mit der geliebten Frau George Sand
lebt er, inzwischen schon bekannt,
nicht gern gesehn an jenem Ort.
Man ängstigt sich vor Krankheit dort.

Valldemosa, hoch gelegen,
ist für ihn denn auch kein Segen.
Wo man warmes Klima suchte,
doch die Kälte bald verfluchte.

Unruhig, von Angst getrieben
Hat er dort auch nur geschrieben
vierundzwanzig kurze Stücke
zu des Musenfreundes Glücke,

die er dann Preludes nannte.
Davon ist wohl die bekannte
Regentropfen-Prelude die,
die dem Winter Ruhm verlieh.

Sie entstand als stundenlang
Regen fiel auf dieses Land.
Als die Regentropfen stieben
und in Depressionen trieben

sie Chopin dann mehr und mehr.
Selbst für George Sand wurd es schwer,
ihm die Wirklichkeit zu zeigen,
die dem Lande nun mal eigen.

Daraufhin entstand zum Glück
dieses große Meisterstück
und durch seiner Kunst Genie
wurde die Verwandlung die,

aus dem Regentropfenfallen
hörte er nur Tränen wallen,
die vom Himmel in sein Herz
runterfielen erdenwärts.

Todeskrank, ganz fürchterlich
schleppt er von der Insel sich.
Starb später, schwindsuchtbesessen.
Die Prelude blieb unvergessen.

Hört in Valldemosas Ruh
man dem Pianisten zu,
spürt man, wenn die Töne schwellen,
Regentropfen-Tränen quellen.

„Ein Winter auf Mallorca“ schrieb
George Sand und in Erinn’rung blieb
dies jedem, der mal dort gewesen
und vielleicht das Buch gelesen.

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« Antworten #5 am: 18. August 2010, 01:55:51 »

Wort-schatz

in memoriam

Wir gingen gemeinsam ein kleines Stück
als Freunde, doch oft auch allein

Wir lebten das Leben, wir lebten das Glück,
und fanden uns alle hier ein.

Dann kam am Morgen die schreckliche Kunde.
Es nahm Dich und ließ uns zurück.
Der Schrecken, die Angst war in aller Munde.

Wir gingen gemeinsam ein Stück.




Wort-schatz

Lieblich huschen die gereimten Verse
übern Bildschirm hin ins internet.
Täglich wunderschön und auch diverse
sind geschrieben als 'ne Art Sonett.
In des Reimens Dunst,
großartiger Kunst,
ist's wie ein geschriebenes Ballett.

Hochgewirbelt tanzen die Akkorde.
Spitzentanz, stakkatogleich geschwungen,
durch des Reimes wundersamer Worte,
ist so ein Gedicht dem Geist entsprungen.
Faust in Forums Welt,
einfach reingestellt,
kaum geschrieben, ist's auch schon verklungen.




Esther

Dein Lächeln voll Melancholie
berührt mich heute wie noch nie.
So leise und so sonderbar
erzählt es mir von dem, was war,
von scheinbar längst vergessner Zeit,
von Freundschaft und Verbundenheit,
die nichts verlangt und einfach ist.
Wie hab dein Lächeln ich vermisst!

Sag, Freund, hast du jemals verstanden,
weshalb dein Lächeln kam abhanden?
Als du ins Leben dich verbissen,
ist es wohl einfach ausgerissen.
Ob's nötig war? Ich weiss es nicht
und was ich glaub, hat kein Gewicht.
Doch nun, nach Jahren, kam zum Glück
dein Lächeln scheu zu dir zurück.

Wie Glockenklang, so hoffnungsvoll,
erscheint es mir und immer soll
der Hoffnung Wohlklang weiterschwingen,
erzählen, trösten und dir singen
von scheinbar längst vergessner Zeit,
von Freundschaft und Verbundenheit,
die nichts verlangt und einfach ist.
Wie hab dein Lächeln ich vermisst!




Julchen

 Sieben Jahre ist es nun schon  her,
es kommt mir vor als wenn es gestern gewesen wär.
Wir fanden Dich im Bett und Du konntest nichts sagen,
wir holten sofort einen Krankenwagen.
Sowas wolltest Du nie das es Dir passiert,
ich war wie paralysiert.
Ich musste Dich dann alleine lassen,
es war einfach nicht zu fassen.
Ich merkte es , Du regtest Dich auf
er sackte ab Dein Kreislauf.
Du fielst ins Koma, doch du gucktest mich an,
es kam mir alles vor wie ein schlechter Roman.
Ich war immer an Deinem Bett,
bald wurde mir klar das es war ein Sterbebett.
Du wolltest nicht kämpfen,hattest keine Kraft,
ich habe es dann endlich auch mal gerafft.
Du wolltest zu Deinem Mann und deinem Sohn
nur mich liest Du allein, das war der Hohn.
Eine Woche lang habe ich gehofft,
Doch Nachts kam dann der Anruf, nicht unverhofft.
Für mich brach trotz allem eine Welt zusammen,
in meinem Herzen loderten die Flammen.
Ich fuhr noch einmal hin zu Dir um dich zu sehen,
um es wirklich zu verstehen.
Du lagst da im Badezimmer und hattest ein Lächeln im Gesicht,
anscheinend warst Du schon angekommen im Licht.
Ich konnte da noch nicht mal weinen,
Ihr drei wolltet euch da oben wohl vereinen.
Mich habt ihr allein gelassen,
es ist einfach nicht zu fassen.
Nun musste ich Dich zu Grabe tragen,
an dem Tag hatte ich fast Herzversagen.
In das Loch hinab, drauf der Dreck,
nun bist Du für immer weg.


Mama ich werde Dich immer lieben.



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winke-winke   
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« Antworten #6 am: 18. August 2010, 02:04:01 »

Helia

DAS KOMMT VOR….

Quälen dich trübe Gedanken
Weil nicht alles läuft wie es soll
Verweist das Schicksal dich in die Schranken
Und du hast die Nase voll

Fragst dich wozu das nun wieder gut sein soll
Weißt nicht aus, noch ein
Und denkst: Das Mass ist voll
Ich hab’ genug, das muss nicht sein!

Dann hilft nur eins, denk an deine Endlichkeit
Und du wirst ganz ruhig und besonnen
Und all’ deine Überheblichkeit
Bleibt steh’n, wie Zeit, die schon geronnen.

Du besinnst dich auf dich selbst
Siehst hier und dort ein Licht
Und wenn du auch nur auf dich selber zählst
Hat plötzlich alles wieder sein Gewicht.

Das kann es geben – das kommt vor
Wichtig ist, du ziehst dich aus dem Sumpf,
Und wär’ er noch so tief, hervor
Vernichtest alles Üble samt Stiel und auch samt Stumpf![/color]




CaraMia

Ich war gerade auf einem Schreibworkshop, und bei einer Aufgabe sollten wir uns von 10 verschiedenen Sätzen einen aussuchen, der dann am Anfang oder Ende unseres Textes stehen sollte - oder mittendrin vorkommen.
Ich entschied mich für den Satzanfang  "Da hast du aber Glück gehabt, sagte..." und folgender Text entstand:


GLÜCKSKIND

Er kam aus eine sehr kinderreichen Familie, in der alle frühzeitig Geld verdienen mussten. Eine Lehrerin
 erkannte seine Begabung und überzeugte seine Eltern, ihn aufs Gymnasium gehen zu lassen.
"Da hast du aber Glück gehabt", sagte er sich... nicht.

Zuerst schien ein Studium unmöglich, weil kein Geld da war - dann erbte er unverhofft von einer unbekannten Großtante.
"Da hast du aber Glück gehabt", sagte er sich... nicht.

Obwohl er ein schwieriger und nicht immer liebenswürdiger, eigensinniger Mensch war, heiratete ihn eine starke Frau,
die ihn zu schätzen und zu nehmen wußte.
"Da hast du aber Glück gehabt", sagte er sich... nicht.

Im einem beruflichen Kopf-an-Kopf-Rennen beschloss sein stärkster Konkurrent plötzlich, nach Neuseeland auszuwandern.
"Da hast du aber Glück gehabt", sagte er sich... nicht.

Bei einem schweren Autounfall erlitt das Auto Totalschaden, er selbst aber nur ein paar Rippenbrüche.
"Da hast du aber Glück gehabt", sagte er sich... nicht.

Als seine Tochter sterbenskrank wurde, fand sich in letzter Minute ein Spenderorgan und sie blieb ihm erhalten.
"Da hast du aber Glück gehabt", sagte er sich... nicht.

Dass er Krebs hatte, ergab erst die Obduktion, die stattfand, nachdem er eines nachts einfach im Schlaf gestorben war.
"Da hat er aber Glück gehabt", sagten die Leute.




Auf o.g. Schreibworkshop hatten wir auch die Aufgabe, uns von diesem Emil-Nolde-Bild
http://www.uni-koeln.de/ew-fak/Bildtheologie/diathek/kj1.085.jpg zu einem Text inspirieren zu lassen - und nachdem die sehr, sehr harten Jahre mit meinem inzwischen 17-Jährigen nun hinter uns zu liegen scheinen, in denen sämtliche Schrecken inkl. Drogen, Schwänzen, Schulverweis etc.pp. auf dem Programm standen, inspirierte mich das Bild zu folgendem Text.
Dies war das Bild dazu:


Astronomische Ungenauigkeiten bitte ignorieren.

Stufenweise

Am Anfang
Zwei Sonnen
Gegenseitiges Anstrahlen
Wärme und Glück
Optimismus: nie kann sich das ändern.
Ich werde alles richtig machen.

Dann
Zeit der Unwetter
Schwarze Wolken verhindern die Sicht aufeinander
Stürme verjagen sie, aber es kommen immer neue
Hoffnungslosigkeit: das wird sich nie ändern.
Was habe ich falsch gemacht?

Inzwischen

Nur noch manchmal Nebel
Gelassenes Abwarten
Bis wieder klare Sicht herrscht
Staunen: da hat sich was verändert
Es war nicht alles falsch.

Bald
Zwei Planeten in getrennten Umlaufbahnen
Seine wird sich noch herauskristallisieren
Manchmal treffen sie sich
Ich werde seinen Stern am Himmel immer  finden
Das ändert sich nicht
Das bleibt richtig




Esther

Schwalben

Ich sitze am Tisch, das Fenster steht offen,
lese die Zeitung und fühl mich betroffen.
Die Welt ist ein tiefes Jammertal,
das liest und hört man jetzt überall;
Krise und Terror und Krieg und so
und Öl im Golf von Mexiko.

Da höre ich draussen einen Schrei
und pfeilschnell flitzt eine Schwalbe vorbei,
gefolgt von 'ner zweiten und im Nu
kommt noch ein halbes Dutzend dazu.
Da fühl ich die Kummerpfütze tief innen
ohne mein Zutun ganz einfach zerrinnen.

Kann niemals weinen, bitte versteh,
wenn ich Schwalben jagen seh.

Es geht dir nicht gut, ich seh es dir an
und niemand kann da was ändern dran.
Ich weiss nicht was sagen, drum schweige ich,
doch lass ich dich sicher nicht im Stich,
auch wenn mein Blick nun nach oben schweift
und Freude nach meinem Mitgefühl greift.

Kann niemals weinen, bitte versteh,
wenn ich Schwalben jagen seh.

Der Winter war bitter, der Frühling kalt,
die Knochen schmerzen, ich fühl mich steinalt,
mein Kopf und auch mein Konto sind leer
und Einsamkeit drückt heute schwer.
Das Leben braucht manchmal ziemlich viel Kraft
und oft bin ich abends ganz einfach geschafft.

Dann sitze ich am Fenster und schau
in dieses absurd klare Himmelblau,
wo Schwalben in tollkühnem Tempo jagen.
Wie konnte ich jemals mein Dasein beklagen?
Kann ihre Leichtigkeit in mir spüren
und lass mich zu einem Lächeln verführen.

Möcht niemals weinen, bitte versteh,
wenn ich Schwalben jagen seh.
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winke-winke   
wort-schatz
Gast
« Antworten #7 am: 21. August 2010, 00:17:15 »

EIN WORT

Ein Wort, ein Satz -: aus Chiffren steigen
erkanntes Leben, jäher Sinn,
die Sonne steht, die Sphären schweigen
und alles ballt sich zu ihm hin.

Ein Wort -, ein Glanz, ein Flug, ein Feuer,
ein Flammenwurf, ein Sternenstrich-,
und wieder Dunkel, ungeheuer,
im leeren Raum um Welt und Ich.

Dieses Gedicht hatte ich mal in irgendeinem Zusammenhang genannt. Es ist leider nicht von mir. Es ist von Gottfried BENN.
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fortuna
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« Antworten #8 am: 23. September 2010, 20:51:42 »

WARUM?

Unverhofft, ein Angriff verbal!
Bin ich auf falschem Kanal?
Hab ich womöglich versagt
wenn mich jemand so anklagt?

Ich mach mir Gedanken...
komm ins Wanken!

Wie ein Gewitter prasselt's nieder,
ich erkenn die Person nicht wieder!
Sie muss den Frust entladen
ohne Rücksicht auf Schaden.

Ich mach mir Gedanken...
komm ins Wanken!

Das Feuer ist entfacht
nie hätt ich's gedacht!
Wär sie doch eher gekommen
die Würde hätt's ihr nicht genommen!

Ich mach mir Gedanken...
komm ins Wanken!

Sie fällt einen Entscheid
und niemand sagt, komm bleib.
Für sie und das ist wichtig
ist es so jetzt richtig!

Ich mach mir noch immer Gedanken,
komm aber nicht mehr ins Wanken!
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Fortuna   

Viele Menschen versäumen das kleine Glück während sie auf das Grosse warten...
wort-schatz
Gast
« Antworten #9 am: 07. Oktober 2010, 10:45:08 »

Ein wenige Herst?

HERBSTWERDEN

Schwalben trinken dunkle Nacht
in dem Fluss der Zeit.
Windend Nebelnornenpracht
geben jetzt Geleit
jedem Morgen tagbeginnend -
jedem Abend Dunkelschein.
Sonnenwärme leicht zerrinnend,
sterbend, werden Opferstein.

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Vera
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« Antworten #10 am: 08. Oktober 2010, 20:07:58 »

Ausgezeichnet Fortuna, auch wenn der Grund dieser Zeilen mir verborgen bleibt.

Wortschatz: Was kann/soll man noch sagen zu solchen Gedanken? Ich versuch es: poetisch, berührend.

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Ehe man den Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen hat.
Truman Capote
wort-schatz
Gast
« Antworten #11 am: 09. Oktober 2010, 16:34:21 »

Ausgezeichnet Fortuna, auch wenn der Grund dieser Zeilen mir verborgen bleibt.

Wortschatz: Was kann/soll man noch sagen zu solchen Gedanken? Ich versuch es: poetisch, berührend.


Tappe auch völlig in fortunas Dunkel?? Aus dem warum wird ein wer und warum.....

Aber sehr herzlichen Dank für deine Zeilen bezüglich meines herbstlichen Reimes
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