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Falken-Foermchen  |  Treffpunkte  |  Café Kunterbunt  |  Thema: Der längste Tunnel der Welt « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Der längste Tunnel der Welt  (Gelesen 4474 mal)
pispezi
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« Antworten #15 am: 16. Oktober 2010, 08:24:19 »

Schließe mich Paka an.

Gratulation an die Schweiz zu diesem tollen Projekt!
Stuttgarter, mal hingucken...

Meint Pi...
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mimidan
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« Antworten #16 am: 16. Oktober 2010, 08:43:10 »

Auch ich sage erneut   CHAPEAU  la Suisse  !!

so kenne ich die Schweiz  ........ ganz kleines Land und doch sooooooo  Gross....... 


liebes grüssli
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mimidan
Zwirbel
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« Antworten #17 am: 16. Oktober 2010, 11:10:00 »

Ja, ich habe mich gestern wirklich auch gefreut!
Es gab auch "nebenbei" tolle Momente, - zum Beispiel, als Leuenberger nach dem Durchbruch nach Altbundesrat Ogi SCHRIE! Dölf, komm nach vorne! Mehrmals, bis dieser es hörte!
Und dann umarmte er den weinenden Ogi soo herzlich und lange, wie ich es von Politikern noch nie gesehen habe!


Jetzt bleibt die Frage, - was denkt Ihr im grossen Kanton, oder dans la grande Nation: Bringen wir die Güter nun auf die Schiene???
Werden Eure Länder da mitmachen?
Das HOCHGESTECKTE Ziel der Schweiz wäre ja, die Hälfte der heutigen Lastwagengüter auf die Schiene zu bringen....
Was denkt Ihr, ist das realisierbar?

Lieben Gruss
Zwirbel
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winke-winke   
Esther
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« Antworten #18 am: 16. Oktober 2010, 11:26:37 »

Leider konnte ich die Berichterstattung gestern nicht live verfolgen, aber ich habe mich sehr gefreut, dass es offenbar eine sehr schöne und bewegende Feier war.
Es wurde auch der acht Mineure gedacht, welche ihr Leben bei den Arbeiten am Tunnel verloren haben.
Dass der Bau des Tunnels Tote gefordert hat, ist tragisch und trotz modernster Technik und bestmöglicher Sicherheitsstandarts ist die Arbeit der Mineure noch immer eine fast nicht vorstellbare Herausforderung. Und an dieser Stelle sollten wir auch bedenken, bei allem Stolz auf die Leistung der Schweiz, dass die Arbeiter aus aller Herren Länder stammen - gute Tunnelbauer sind ein sehr internationales Völkchen.  Smiley

Beim ersten Gotthard Eisenbahntunnel waren vor allem italienische Arbeiter beschäftigt, unter schrecklichen und menschenverachtenden Bedingungen.
Hier ein Zitat aus Wikipedia:
Zitat
Favre erhöhte die Zahl der Arbeiter ständig. In Göschenen arbeiteten maximal 1645, in Airolo 1302 Arbeiter, vorwiegend Italiener aus den bitterarmen ländlichen Gegenden des Piemonts und der Lombardei. Die Mineure und Arbeiter lebten in schmutzigen und überbelegten Verschlägen und wurden finanziell ausgebeutet. Ein Mineur verdiente in einer Achtstundenschicht etwa 3,90 Franken. Zwei Drittel ihres Lohnes wurde ihnen für Essen und Unterkunft wieder abgezogen, die Lampen und das Öl dafür (30 Rappen täglich) mussten sie selber bezahlen. Abgezogen wurden ihnen zudem fünf Franken monatlich für die Kleidung und zwei Franken für die Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz. Ein Teil des Verdienstes wurde in Coupons ausbezahlt, die nur in den betriebseigenen Geschäften eingelöst werden konnten.

Am 27. Juli 1875 kam es in Göschenen zu einem Aufstand der Arbeiter, sie streikten und blockierten den Tunneleingang und verlangten einen Franken mehr Lohn pro Tag. Eine eilends zusammengestellte, überforderte Milizeinheit, 21 Mann aus Altdorf, schoss in die Menge, vier Arbeiter kamen ums Leben, mehrere wurden schwer verletzt. 80 Arbeiter reisten nach dem Vorfall ab.

Für jenen Tunnel starben damals 177 Arbeiter.  Traurig

Das Ziel des ganzen NEAT-Projektes ist ja eine Halbierung des Lastwagenverkehrs.
Allerdings gibt es viele Zweifel, dass dies wirklich gelingt, denn dazu müssen auch Deutschland und Italien neue Kapazitäten für die Schiene schaffen, doch der Wille dazu ist nicht besonders gross, auch wenn jetzt mal von überall her die Schweizer Verkehrspolitik gelobt wird.

Liebe Grüsse
Esther

PS. Sehe gerade, dass mich Zwirbel mit der gleichen Frage überholt hat.
« Letzte Änderung: 16. Oktober 2010, 12:03:33 von Esther » Gespeichert

Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg,
was sie nicht sein können,
und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.

(Albert Camus)
Zwirbel
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« Antworten #19 am: 16. Oktober 2010, 11:54:25 »

Gäll, i bi schnäll AM MORGE FRÜEH!!! 

 

Die Erbauer des ersten Tunnels, den Du beschrieben hast, bekamen auch "ihren Lohn"..... Favre starb im Tunnel an einem Herzinfarkt, vor der Eröffnung, und Escher wurde zur Eröffnungsfeier NICHT eingeladen.... (habe vergessen weshalb)
Was ich gestern auch sehr schön fand: wie Du geschrieben hast, waren ja viele Nationen beteiligt, und als die Mineure aus der Maschine kletterten, nahmen sie ihre jeweilige Flagge mit.
Es war eine grosse Herzlichkeit zu spüren, - ich denke mal, da unten, wenn man soo aufeinander angewiesen ist, wird die Nation zur Nebensache.

Ich finde auch, dass es den "Festgestaltern" gelungen ist, die Mineure in den Mittelpunkt zu stellen.
Auch immer wieder wurde das Stimmvolk erwähnt und verdankt, für die zwei Abstimmungen, die mit grossem Mehr angenommen wurden.


Hier, falls Du / Ihr den Durchstich noch nicht gesehen habt:

No Comment: Durchbruch Gotthard-Tunnel - SPIEGEL TV

Und hier der Moritz und der Dölf....          Zwinkernd   http://www.videoportal.sf.tv/video?id=96a91caf-3688-4d47-b8f1-1e445b1f1cd3

Mit lieben Grüssen
Zwirbel
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Esther
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« Antworten #20 am: 16. Oktober 2010, 12:01:22 »

Sehr schön, liebe Zwirbel - mit den Bildern ist es noch schöner!
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Paka
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« Antworten #21 am: 16. Oktober 2010, 13:01:58 »

Tja, ich wäre sehr dafür wenn der Güterverkehr zunehmend von der Straße auf die Schiene verlagert würde. Die Autobahnen platzen schon jetzt aus allen Nähten und während der Woche  auf Autobahnen unterwegs zu sein macht schon lange keinen Spaß mehr. Ein LKW reiht sich an den anderen. Und wenn ich mir so manches Fahrzeug aus der Nähe anschaue, wird mir ANgst und Bange um die Sicherheit auf unserern Straßen. Mich wundert es immer wieder, dass nicht noch mehr schlimme Unfälle passieren. Schrott-LKWs, übermüdete,gestresste Fahrer. Termindruck der wahrscheinlich immer mehr zunimmt. Also da wäre mir wohler, wenn der Großteil der Fracht über die Schienen laufen würde.

Sollten aber irgendwann mal tatsächlich die Giga-Liner auf unseren Straßen unterwegs sein, befürchte ich eher, dass man dann noch weniger mit der Bahn transportiert als bereits heute. Aber wer weiss, ob sich diese Fahrzeuge durchsetzen werden. Nächstes Jahr sollen wohl Feldversuche mit den Riesen LKW's gestartet werden.

Zwirbel, danke für die bewegten Bilder

Gruß
Sylvia

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Zwirbel
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« Antworten #22 am: 16. Oktober 2010, 13:32:50 »

Liebe Sylvia
Das müssen ja fürchterliche Ungetüme sein, 60-Tönner, oder?
Gestern habe ich vom abtretenden Verkehrs"minister" gehört, dass diese Riesenviecher nie durch die Schweiz fahren würden....?
Ob's so ist?
Ob sie wirklich kommen?
Vorgestern überholte ich auf der Autobahn ein "Longvehikel" mit Anhänger, drauf AUFGETÜRMT Armierungseisen.
Als ich so vorbeifuhr, überlegte ich mir so kurz, welchen Bremsweg so ein Ding wohl hat! 
Ja, Du hast recht, manchmal staune ich auch, dass nicht noch Schlimmeres geschieht....

Lieben Gruss
Zwirbel
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Clara
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« Antworten #23 am: 16. Oktober 2010, 19:34:27 »

Auch von mir Gratulation an die Schweizer zu diesem europäischen Jahrhundertbau! Einfach toll, was Menschen hin kriegen!
Wenn ich "unseren" Elbtunnel in Hamburg sehe - gerade knapp 4 km lang und ich denke bei der Durchfahrt schon mal an den Fluss, der über mir rauscht! Dagegen 60 km lang durch Gesteinsmassen über meinem Kopf fahren, o je!  Schockiert

Weniger Lastwagen auf den Straßen, mehr Güterverkehr auf die Schiene, seit Jahrzehnten wird dies schon in D gefordert. Auch auf diesem Gebiet gibt es eine starke Lobby und viele Arbeitsplätze hängen daran!
Die Anbindung an den Tunnel wird auch bei uns sicher gewünscht, aber sie ist ja auch sehr teuer. Und es gibt z. Zt. so viele finanzielle Probleme, dass man gar nicht weiß, wo anfangen und wo aufhören. Aber ich denke, es wird noch!  Smiley

Grüße von Clara
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« Antworten #24 am: 18. Oktober 2010, 07:46:06 »

Guten Morgen zusammen

Ich muss mich hier auch noch schnell einbrigen und eetwas anbringen.

Auch ich bin megastolz über die grosse Leistung der kleinen Schweiz. Hier haben wir wirklich Geschichte geschrieben und in 30 - 5o Jahren werden unsere Nachkommen dann auch über uns die eine oder andere kleine Geschichte dazu erzählen können.
Vielleicht jene, dass unser Bundesrat Leuenberger auch unter Tag, partout nur in Lederschuhen herumgelaufen ist, sich aber mindestens die Hosenbeine etwas hochgekrempelt hat. Grinsend Nobel und eitel bis ins Grab Grinsend

Spass beiseite, wenn ich bedenke, dass sich mit dem Tunnel die Fahrzeit ins Tessin "nur" um 1 Stunde verkürzt, dass Frankreich und Deutschland ihre Kapazitäten für die Schiene (noch??) nicht angepasst haben, dass ich niemals daran glaube, dass die Hälfte des Güterverkehr auf die Schiene kommen wird,
wenn die Unterhalts-Kosten für den Tunnel im Jahr ab 2017/18 überhaupt noch nicht absehbar sind, wenn wir alle wissen, dass der Tinnel nie je rentieren wird,
DANN finde ich, dass das Geld verschleudert wurde, all die Milliarden,

damit will ich aber die Arbeit des Tunnelbaus keineswegs schmälern,
ich teile nur die Ansicht des ehemaligen Bundesrat Stich, der lange Zeit in den 80iger und 90iger Jahren Finanzminister der Schweiz war.

händ en schöne Tag
eisvogel
DANN ist da
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Esther
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« Antworten #25 am: 21. Oktober 2010, 19:58:56 »

Liebe Eisvogel,

der Vorteil des Basistunnels liegt ja nicht nur darin, dass die Fahrzeit verkürzt wird (das wäre in der Tat wohl etwas mager), sondern dass die ganze Neat eben dadurch (und dank dem Ceneri-Basistunnel) zur "Flachbahn" wird und zB. viel längere Güterzüge als bisher verkehren können. Bei der jetzigen Streckenführung stösst man mit den Kapazitäten natürlich sehr rasch an Genzen, denn die Steigungen lassen sich nur bis zu einem bestimmten Höchstgewicht noch überwinden, und die Fahrplandichte kann ja auch nicht einfach unendlich erhöht werden.

Aber klar, die Anschlüsse an die Neat sind wichtig - und hoffentlich können die Nachbarländer eine sinnvolle Finanzierung dafür finden. (Ähnlich der LSVA bei uns.)

Liebe Grüsse
Esther
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