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Autor Thema: Arbeitspensum  (Gelesen 3118 mal)
Struppy
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« am: 03. Oktober 2010, 22:03:46 »

Meine lieben Förmchen

Ich wollte euch über meine gelegentliche Abwesenheit informieren, wusste aber nicht wohin mit diesem Text und weil er so lang wurde, wusste ich auch nicht, ob ich ihn überhaupt ins Förmchen bringen sollte, aber jetzt stell ich ihn einfach mal hier rein und damit bin ich ihn los  Zunge

*****************

Hallo liebe Förmchen

Dass ich fast nur noch am Wochenende schreibe, hat einen Grund und der heisst: Stress bei der Arbeit. Um euch einen Einblick in den Tagesablauf zu geben, möchte ich mal einen solchen Tag beschreiben. Erst sollte ich aber erwähnen, dass unsere Abteilung in einem 15-stöckigen Gebäude die Stockwerke 1-6 und 12-13 beherbergt. Den 6. Stock haben wir erst jetzt übernommen, weil unsere Abteilung in letzter Zeit gewachsen ist (von 120 auf 140 Personen) und weil eine andere Abteilung umgezogen ist. Da wir mindestens noch die nächsten 5 Jahren in diesem Gebäude hausen werden, hat man beschlossen, das Arbeitsleben unserer  Labor-Mitarbeiter etwas schöner zu gestalten und zur Erleichterung die jeweiligen Units auf gemeinsame Stockwerke zusammenzulegen, die Labors anzupassen, evtl. zu renovieren, alte Geräte (sobald sie auseinanderzufallen drohen) zu ersetzen, so dass die nötigen Labors entsprechend im Haus umziehen können. Die Planung des Projekts läuft seit Februar und ich wurde gebeten, als Vertreterin der Abteilung an den Planungs- und Bau-Sitzungen teilzunehmen und danach als Ansprechpartner für alle Fragen, Bestellungen und Hilfeleistungen jeder Art den Kopf hinzuhalten. Erst startete der grosse Papierkrieg mit Begründungen, Budgetangaben etc, welche von 12 Personen abgesegnet werden musste. Nach diversen Sitzungen und Erstellung einer ausführlichen Präsentation (wie wenn das das Wichtigste wäre) wurde das Papier im Mai eingereicht und gleichzeitig ein Projektleiter/Bauleiter gesucht. Nach mehrmaligen Mahnungen (vor allem die Finanzabteilung stellte sich quer) bekam es die letzte Unterschrift Ende August - ist es nicht erstaunlich, wie lange sich so was hinziehen kann? Da das ganze Projekt  wegen des Budgets noch in diesem Jahr abgeschlossen werden muss, begann nun die Hektik, denn der neu erwählte Bauleiter wollte Anfang August starten, um am letzten Arbeitstag dieses Jahres fertig zu werden. Er konnte aber auch die Aufträge an die diversen Baufirmen nicht erteilen, solange auch nur eine Unterschrift fehlte. Also jetzt gings los, Aufträge wurden verteilt und Mitte September konnte die Arbeit auf dem geräumten 6. Stock begonnen werden.

Das war jetzt vielleicht eine viel zu lange Einführung, aber ich wollte "kurz" mitteilen, um was es überhaupt geht. Um jetzt zu meiner Arbeit zu kommen: es braucht diverse Listen, einmal muss jede Person, die umziehen will, vermerkt werden mit von...zu, dann alle Geräte, die umgezogen werden und auch diejenigen, die im Labor bleiben. Eine weitere Liste wird benötigt, wo alle Geräte aufgeführt werden mit dem entsprechenden Alter und einer Wunschliste für Ersatz. Auch die Stockwerkpläne mussten immer wieder auf den neusten Stand gebracht werden, indem die Geräte eingezeichnet werden, sowie Wände die rausgerissen und in anderen Labors eingebaut werden müssen.

Kommen wir doch endlich zum letzten Freitag, das ist zwar ein Tag wie jeder andere in den letzten zwei/drei Wochen, mit ein paar Ausnahmen: Morgens um 7.30 kommt der Bauleiter und sagt: kommen Sie mal mit in den 2. Stock, das 2.13 soll scheinbar geändert werden, steht aber nicht auf dem Plan. Ich schau nach und es steht wirklich nichts von Änderung dort. Wir gehen also runter und reden mit einem Laborleiter. Der erklärt uns, dass dieses Labor als Geräteraum für 3 Labors dienen soll, es kommen also 4 Werkbänke, 6 Inkubatoren, ein Minuszwanzigtiefkühler und 2 Laborkühlschränke rein. Der Mittelteil soll rausgerissen werden, sowie eine Wandseite, damit das alles Platz hat. Der Bauleiter sieht rot - und ich mit ihm, als er sagt, dass dies Mehrkosten in einem 5stelligem Betrag bedeute. Wir messen also mal wieder ab und kommen zum Schluss, den Mittelteil stehen zu lassen und dafür alle Regale an den beiden Wänden rechts und links zu entfernen (kommt günstiger, weil dort keine komplizierten Anschlüsse sind), eine Wand zurück zu setzen und alles einzupassen. Ich zeichne alles in meine Liste, auch die Geräte von anderen Labors und mache mich auf den Weg, diese Laborleiter zu fragen, ob dies immer noch in ihrem Sinne sei. Beim ersten war das schon nicht der Fall "nein, meine Werkbank geht in den ersten und nicht in den zweiten Stock", also frage ich weiter und bekomme schlussendlich die 4 zusammen mit meinem neu bestellten, die dort rein sollen. Als ich mich beim letzten absichere, kommen meine beiden Lieblingslaborleiter - aber noch immer nicht händchenhaltend wie meine Kollegin und ich schon lange erwarten, weil sie immer zusammen auftauchen und das mindestens zweimal täglich - und ich kann ein "nein, nicht schon wieder ihr" leider nicht unterdrücken, werde zwar anstandshalber etwas rot dabei.  Jedenfalls haben die beiden wieder ein schwerwiegendes Problem, denn erstens haben sie zu wenig Etiketten für die umzuziehenden Kartonschachteln und Geräte - und zweitens ist ihr neues Labor noch nicht geputzt. So kann doch niemand einziehen, da hat es noch Hobelspäne, man bedenke! Den Teil eins des Problems kann ich mit meinen Ersatz-Etiketten lösen und zum Teil zwei  muss ich bestätigen, dass erst morgens um 9 Uhr ist und dass das Labor bis Abends hunderpro gereinigt dastehen wird. Sie ziehen also wieder zusammen ab und gleichzeitig ertönt der hübsche Klingelton des Telefons, welches ich ja vorher nicht beantworten konnte, zum xtenmal. Wenn ich es nicht beantwortet hätte, dann müsste ich jetzt nicht in den ersten Stock und würde nie erfahren, welche Kapelle jetzt doch noch rausgerissen werden muss, weil sie nämlich nicht regelmässig funktioniert und man diese aus dem Grund doch ersetzen sollte. Sowas bedeutet weitere ungeplante Kosten in 5-stelliger Höhe. Die Lieferfrist wird mit 4-6 Wochen angegeben, aber es wäre wünschenswert, wenn man sie schon nächste Woche in Betrieb nehmen könnte. Irgendwie kann ich es überzeugend rüberbringen, dass die Lieferfrist wirklich 4-6 Wochen ist und schwirre wieder ab mit dem unguten Gefühl, dass ich deswegen nicht geliebt werde (macht nichts). Ich versuche, mich in den Lift zu verdrücken, welcher mich in den 13. Stock befördern sollte, schaffe es aber nicht ungesehen und muss nun notieren, wer alles noch mehr Etiketten benötigt. Kaum oben angekommen, ruft der Bauleiter an und legt mir nochmals nahe, dass das 5.08 wirklich am 25. Oktober leer sein muss, obwohl es im Moment voller Geräte steht und noch kein Mensch weiss, wohin damit. Sein kurzes "Sie müssen das halt vorher noch abklären" klingt zwar sehr anständig, versetzt mich aber langsam in Panik, denn wo soll ich ein leeres Labor hernehmen, wo doch die leeren sofort umgerüstet werden, damit sie wieder bezogen werden können. Also dazu fehlt mir noch die Lösung und ich warte auf eine Eingebung.

Als ich versuche, die vielen neuen Mails zu sortieren (lesen wäre zu viel verlangt), kommt ein weiterer Laborleiter, der mir klar macht, dass es in drei Räumen immer noch Material von den Vorfahren des sechsten Stocks dort hat und dass dies bis Ende September, das was gestern war, hätte geräumt werden müssen. "Schreiben Sie ein Mail, dass das heute noch raus kommt, denn wir wollen am Montag umziehen". Ich versuche ihm zu erklären, dass genau in diese drei Räume noch niemand von uns rein geht und dass die neuen Räume bis heute Abend hundertpro bezugsbereit und gereinigt sein werden, er bestand aber trotzdem darauf, dass ich dieses Mail schreibe, was ich dann auch tat um des Friedens Willen. Er zieht von dannen und meine Kollegin erscheint mit der Frage, ob ich Zeit für einen gemeinsamen Kaffee  hätte. Na klar habe ich Zeit - weshalb auch nicht? - und der Kaffee den ich um ca 7.15 Uhr raus gelassen habe, schmeckt bestimmt auch um 10.30 Uhr immer noch gut, wenn auch etwas abgekühlt, dafür wird die Pause nicht zu lange. Ich schnapp mir also die kalte Tasse und geh rasch zu ihr, um sie zu informieren, was alles wieder geändert werden muss und um mich zu informieren, wie weit sie mit dem Geräte-Inventar ist, welches sie mir abgenommen hat und welches eigentlich auch bis Ende September - das was eben wie schon erwähnt gestern war - an USA geschickt hätte werden sollen. Leider sitzt meine Kollegin denkbar ungünstig, nämlich genau im Büro vis-à-vis der Lifte und siehe da, es kommt einer zum Lift raus, sieht mich, obwohl ich noch versucht habe unters Pult zu verschwinden - und schon bin ich wieder im zweiten Stock und betrete das nicht-geplante-und-nun-doch-abzuändernde Labor. Er hat noch ein paar Wünsche, welche er sich aber aus technischen Gründen (oder eher budgetmässig) ans Bein streichen muss. Am Schluss ist er aber mit meiner Zeichnung einverstanden - er war bei meinem frühmorgendlichen Besuch noch nicht anwesend.

Kaum im Büro angekommen und mich wieder den immer noch ungelesenen Mails widmen wollend, klingelt das Telefon und der IT-Mensch möchte gerne, dass ich alle Lan-Anschlüsse mit den Nummern bei den "neuen" Labors in den Stockwerkplan einzeichne und markiere, welche benutzt werden sollen und welche nicht. Ich frage meine zweite Kollegin, ob sie Zeit hätte und sie verneint dies vehement, denn sie muss Schlüssel bestellen und dies sofort - und zudem ist sie absolut nicht belastbar. Die dritte und letzte Kollegin weilt in den wohlverdienten Ferien. Also begebe ich mich wieder auf die Reise, wandere von Lab zu Lab, rede mit diesem und mit jenem und am Schluss habe ich die Lan-Anschlüsse auf den Plänen und gleichzeitig die Mittagspause verpasst. Als ich wieder im 13. Stock ankam, brachte mir die "erste" Kollegin ein grosses Birchermüesli mit der Bemerkung "du kommst ja sowieso wieder nicht raus" und ich nehme es dankbar entgegen. Müeslikauend versuche ich mich wieder mit den Mails und bemerke, dass es zum Schluss der Mittagszeit doch etwas ruhiger zugeht. Es reicht mir gerade, die Mails zu lesen, die ich als dringend sortiert habe, als mein Chef rein kommt und mich fragt, ob alle bestellten Geräte rechtzeitig zum Umzugstermin geliefert werden. Leider muss ich dies verneinen, denn die Werkbänke haben (wie die Kapellen) immer noch 4-6 Wochen Lieferfrist und obwohl ich sie vor vier/fünf Wochen bestellt habe, die Bestellung aber vom Einkauf zwei Wochen lang nicht genehmigt wurde, können sie unmöglich am Montag hier stehen. Sie werden erst zwei Wochen nach dem Umzug eintreffen. Alles andere wie Inkubatoren, Tiefkühl- und andere Kühlschränke, Entwicklungsmaschine, Eisbereiter, Zentrifugen, Mikroskope, wird rechtzeitig hier sein. Er machte absolut keinen glücklichen Eindruck, wollte wissen woran es liegt und weshalb ich mich beim Einkauf nicht gemeldet hätte. "Habe ich natürlich Scheff, habe mehrere Mails geschrieben", worauf er nur meinte, ich hätte besser anrufen sollen und sich wieder aus dem Staub machte. Es ist, wie ihr bestimmt bemerkt habt, ein sehr dankbarer Chef.

Jetzt kommt die gefährliche Zeit, denn die Amerikaner haben zu arbeiten begonnen und da gibt es doch zwei Termine - erstens die Geräte-Inventarliste und zweitens die Budget-Angaben, was wir nächstes Jahr zu bestellen gedenken und welche Zusammenarbeitsverträge wir planen würden. Und genau diese beiden Termine waren eben gestern (Ende September)fällig und die Listen sind leider auch heute noch nicht vollständig. Also begebe ich mich an zweitere, bevor das Telefon meiner Ami-Chefin kommt. Ich kontrolliere, was ich schon bekommen habe, fülle das in die vorgegebenen Vorlagen und telefoniere mit den Laborleiter, die welche noch nichts geschickt haben. Während ich noch am Nachtragen bin, klingelt das Telefon - vorne 001 und hinten 60 - das heisst nichts Gutes. Sorry, Chefin, ich bin im Moment out-of-the-office und kann aus diesem Grunde das Telefon nicht entgegennehmen. Noch zwei, die ich nicht erreicht habe, Erkundigungen bei anderen einholen, die zwei sind in den Ferien. Okay - ein paar Franken plus/minus müssen ja auch nächstes Jahr drin liegen - ich stelle also die Liste so fertig auf den gemeinsamen Drive. Sie wird sich sicher freuen, die Gute! Sie freut sich aber nicht sehr, denn als ich die nächste Klinglerei (vorne 001 - hinten 60) entgegennahm, wollte sie nur wissen, wo die Inventarliste sei, die gelieferte erwähnte sie nicht mal - aber das hat ja auch keiner erwartet. Ich erklärte ihr, dass erstens meine Kollegin bald fertig ist damit und dass zweitens unser Basler Chef klargemacht hat, dass der Umbau Priorität eins sei und danach lange nichts mehr! Sie war etwas kurz angebunden, was mir nur recht war, denn es gibt so viel Wichtigeres und Dringenderes zu tun, als mit ihr Konversation zu treiben!

Nein, es schällt schon wieder - da kommt man doch zu nichts: der Bauleiter möchte gerne die neuste Liste mit den umzuziehenden Geräten, weil er fühlt dass er nicht auf dem neusten Stand sei (wenigstens seine Liste), sowie den jeweiligen Stockwerkplan mit dem genauen Standort dieser Geräte. Ich sehe Sterne und mein Puls steigt ins Unwirkliche  ! Die Liste ist komplett, aber den Standort muss ich erst ausfindig machen und so begebe ich mich wieder mit den Plänen in die Labors und beginne von neuem zu zeichnen. Ich kann es zwar nicht, aber es macht mir Spass und deshalb tue ich es trotzdem. Nachdem ich einigermassen fertig war (besonders mit den Nerven), scanne ich das Zeugs ein und schicke es per Mail auf die Reise. Er bedankt sich auch recht herzlich und meint so am Rande: "das Ganz ist eine rechte Herausforderung für Sie nicht wahr", was ich nur bejahen kann!

Ich begebe mich wieder zur Mail-Inbox und sehe das dritte Mail meiner zweiten Kollegin (die mit der Schlüsselbestellung). Da ich die ersten beiden als Priorität 74 abgelegt und nicht geöffnet habe, muss ich jetzt doch schauen, was wohl so dringend ist. Ach so, eine Anfrage: "bist du mir nun böse, weil ich dir nicht geholfen habe?" Und das in drei Mails!!! Das dritte Mail war aber noch mit dem Kommentar versehen "wenn du wieder was hast, dann hoffe ich, dass ich dir helfen kann". Wird sie nie können, denn schon letzte Woche hat sie abgelehnt, die Etiketten an die Labors zu verteilen - das habe ich begriffen, denn es ist kein "lustiger Job". Ihr Mail kann ich noch nicht beantworten, muss erst drüber schlafen und mir klar werden, ob ich nun wütend bin oder nicht! :-) Soll sie doch noch etwas schmorren oder mir ein viertes Mail schicken!

Der Laborleiter , welcher immer mit seiner Kollegin zusammen (aber eben nicht händchenhaltend) aufkreuzt , kommt ganz allein und ich kann es nicht lassen und frage ihn "wo ist denn C?" Ich hatte doch am Morgen diesen Ausbruch "nicht schon wieder ihr" und habe nun ein schlechtes Gewissen - jetzt kommt sie nicht mehr zu mir - ich vermisse sie schon ein bisschen an der Seite des anderen! Die gehören einfach irgendwie zusammen wie Romeo und Julia oder Tim und Struppy! Er hat aber ein ganz eigenes Problem und denkt nicht, dass C sauer auf mich sei. Da bin ich aber beruhigt und er erklärt mir ganz genau, wer für was zuständig sein wird während des Umzugs nächste Woche. Er ist eben ausser Haus und wollte den Umzugstermin schon lange verschieben, was sich aber wegen dem straffen Plan ganz einfach nicht vereinbaren liess. Also jetzt weiss ich ganz genau, wer für was, wann und wo zuständig sein wird und hoffe ganz fest darauf, dass alles gut über die Bühne geht.

Jetzt kommen wir noch zum krönenden Abschluss des Tages, ich muss noch dringend Herrn W anrufen. Man stelle sich das so vor: ich sitze gerade vor dem Pult und die Adressliste unserer Abteilung hängt rechts von mir vom Fensterbrett bis zum Boden runter. Wie bei Herrn W nicht anders zu erwarten ist, befindet er sich ziemlich weit unten und da ich langsam aber sicher nicht mehr sehr gut sehe, muss ich mich ziemlich nah ans Geschehen beamen - also beame ich mich über die rechte Armlehne hängend runter bis Herr W klar sichtlich erkennbar wird. Da kracht es - peng - und ich denke, die Armlehne gibt nach, ist geplatzt oder was auch immer, denn mich schmerzte nichts. Dem ist aber nicht so, denn das Peng kam von meiner untersten Rippe und diese ist wohl entzwei. Obwohl es mich am Freitag Abend wirklich nicht geschmerzt hat, kam das Aha-Erlebnis am Samstag (oder schon in der Nacht), denn nun atme ich nicht mehr schön, das immer noch depperte Husten muss ich auch irgendwie unterbinden und auch mit Gähnen ist nichts mehr. Aber was rede ich da, ihr kennt das bestimmt auch, wie es sich anfühlt.

Aber zurück zum Freitag Abend: nach dem Giessen der Pflanzen und dem Abwasch der Tassen, was man so tut vor dem Wochenende, bewegte ich mich langsam, ein Schritt nach dem anderen um 18.30 dem Ausgang zu, aber nicht ohne vorher noch rasch im 6. Stock reinzuschauen, ob die neuen Labors auch wirklich sauber sind - und wie die mich anstrahlten! Diese 11-Stunden-Tage sind derzeit an der Tagesordnung. Aber die Zeiten werden sich irgendwann auch wieder bessern - nur im Moment noch nicht. Obwohl ich eigentlich nur 80 % arbeite und am Montag eben normalerweise nicht, werde ich nächste Woche wieder mal während fünf Tagen dort sein, dafür habe ich nachher 3 Wochen (DREI WOCHEN) Ferien und die anderen dürfen übernehmen, ob sie nun Zeit haben oder nicht. Ich hoffe, dass bis dahin das Schlimmste überstanden ist. Jetzt wird erst mal in den 6. Stock gezügelt und die frei werdenden Räume auf den anderen Stockwerken werden sogleich renoviert und umgebaut usw. bis Ende Dezember alle am richtigen Platz sitzen oder stehen!

Auch wenn ich dann zwischen 19 und 20 Uhr nach Hause komme und noch was esse, mag ich nicht mehr den PC einzuschalten, sondern schau noch ein/zwei Filmchen und geh dann schlafen. Was solche Arbeitstage meist auch auslösen: mit Schlafen ist nicht viel und wenn schlafen, dann von der Bude träumen. Letztlich löste ich im Traum ein riesiges Sudoku - in der senkrechten Kolonne standen alles Labor-Nummern und in der waagrechten die Namen und ich musste alle Namen zu den Nummern in die Kästchen einfügen, aber ein Name durfte bloss einmal vorkommen - logisch oder?! 

Falls ihr bis hier gelesen habt, bewundere ich euer Durchhaltevermögen und all denen, die vorher aufgegeben haben - denn es ist ja wirklich ein Roman geworden - kann ich nur sagen (aber sie werden es ja nie lesen  ): das ist in Ordnung so!

Eine schöne Woche wünsche ich euch allen - nehmt es gemütlich 

Liebe Grüsse
Struppy
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Martina
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« Antworten #1 am: 04. Oktober 2010, 00:31:32 »


Liebe Sruppy, ich habe den "Roman" gelesen und ich bitte um Entschuldigung fürs Schmunzeln  Grinsend Ich kann es mir tatsächlich bildlich vorstellen, wie du von einer Katastrophe zu nächsten hechtest. Ich wünsche dir von Herzen das du alles in den Griff bekommst.
Zitat
kommen meine beiden Lieblingslaborleiter - aber noch immer nicht händchenhaltend wie meine Kollegin und ich schon lange erwarten, weil sie immer zusammen auftauchen und das mindestens zweimal täglich - und ich kann ein "nein, nicht schon wieder ihr"
Wie es mit den beiden weiter geht wüsste ich aber doch zu gerne....
Falls du wieder einmal Zeit findest hier rein zu schauen hab ich dir gleich obenan ein Aquarium eingestellt. Ich habe mal gelesen: Ein Aquarium beruhigt die Nerven. Vielleicht könntest du für die diversen Laborleiter ja auch eins besorgen.  Smiley Lass dich nicht unterkriegen  Smiley
Herzliche Grüße
Martina
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Ein Messer kann stumpf sein und trifft oft am Herzen vorbei. Nicht das Wort. Hilde Domin
traudel
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« Antworten #2 am: 04. Oktober 2010, 07:04:44 »

Struppi, Deine Nerven möcht ich haben!
Traudel
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helia
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« Antworten #3 am: 04. Oktober 2010, 09:40:58 »



Liebe Struppy,

Das ist ja zum 

Lass‘ dich sofort krankschreiben! Denn mit der Entzweirippe kannst du den ewigen Quenglern ja nicht einmal mehr "etwas husten"!! (so in zwei, drei Wochen geht das dann auch wieder....) Klar, wird nicht akzeptiert, denn man braucht ja die Kopfhinhalterin. Dann gibt es nur noch eins, verlege Deine Arbeitsstunden in die etwas ruhigeren (ausser USA) Nachtstunden.

Danke für den, für uns, amüsanten Bericht. Von ganzem Herzen wünsche ich Dir, dass Du wenigstens bald wieder lachen kannst und die Zeit bis zu Deinen Ferien in Windeseile und ohne noch mehr Probleme vergeht.

Liebe Grüsse
helia


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Paka
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« Antworten #4 am: 04. Oktober 2010, 11:46:27 »

Struppy

ich kann mir gut vorstellen, was bei Euch zur Zeit in der Firma abgeht. Solch einen Umzug mit allerlei Hindernissen haben wir auch hinter uns gebracht. Es gibt immer Leute die für winzige Kleinigkeiten diskutieren und Probleme sehen wo es keine gibt. Da heisst es cool bleiben und sich auf das Ende des ganzen freuen

Aber schmunzeln musste ich bei Deinem Bericht doch  Zwinkernd

lieben GRuß
Sylvia
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Lara
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« Antworten #5 am: 04. Oktober 2010, 13:08:29 »

Hallo Struppy!
Habe den ganzen Bericht gelesen...! Bin froh, dass Du nur noch 4 1/2 Tage zu arbeiten hast, sonst müsste ich befürchten, dass Du bald Amok läufst!
Also eine solche Arbeit täte mir auch gut... da nimmt man bestimmt ab, wenn man nicht zum Essen kommt 
Ich hoffe für Dich, dass Du die nächsten Tage nicht zu arg strapaziert wirst.
Schone Deine Nerven, wenns geht!
Gruss, Lara
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Struppy
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« Antworten #6 am: 04. Oktober 2010, 17:38:44 »

Hallo ihr Lieben

Da habt ihr aber Durchhaltevermögen gezeigt! Ich danke euch herzlich für die guten Tipps und alles. Ich habe schon herausgefunden: Die Rippe schmerzt nicht, solange ich mich kein bisschen bewege 

Martina, ich werde mir nachher noch während einer halben Stunde die Fischchen ansehen, wenn das so beruhigend ist, kann ich das ganz gut gebrauchen - vielen Dank!

Über das Turteltauben-Pärchen und eventuell andere wichtige Begebenheiten werde ich euch gerne auf dem Laufenden halten  Grinsend

Liebe Grüsse
Struppy
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Martina
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« Antworten #7 am: 04. Oktober 2010, 18:22:23 »

Zitat
Über das Turteltauben-Pärchen und eventuell andere wichtige Begebenheiten werde ich euch gerne auf dem Laufenden halten  Grinsend
Smiley Aber nicht vergessen  Grinsend Wie heisst es noch? ..."Wir bedanken uns im Voraus für Ihre Mühe" ...oder so ähnlich.  Grinsend
  Martina
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Struppy
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« Antworten #8 am: 04. Oktober 2010, 20:09:55 »

Ja und dann noch "mit vorzüglicher Hochachtung" wenn ich bitten darf 
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Esther
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« Antworten #9 am: 05. Oktober 2010, 00:37:31 »

Liebe Struppy,

herzlichen Dank für deinen Bericht, das ist ja der füdliblutte Wahnsinn, was da zur Zeit bei euch abgeht! 

Jetzt drücke ich dir ganz fest die Daumen, dass die Woche etwas weniger aufreibend weiter geht - und dass du dich dann in deinen Ferien gut erholen kannst.
Das mit der Rippe tönt ja nicht wirklich erquicklich - aber schön, dass sie wenigstens nicht schmerzt, wenn du dich nicht bewegst.

Pass auf dich auf, ja?

Liebe Grüsse
Esther

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Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg,
was sie nicht sein können,
und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.

(Albert Camus)
mimidan
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« Antworten #10 am: 05. Oktober 2010, 07:34:18 »

Hallo Struppy

Auch ich habe Deinen Text gelesen ...  und irgendwie kommt mir das alles sooooooooooo  bekannt vor     !! wie war jetzt das  ?   ........................

JAAAAAAAAAA  ich habs gefunden        ich kenne diese Firma   Grinsend   und beim lesen bin ich gerade um 1 Jahr jünger geworden     weil ich seit dem 1 Oktober vor genau 1 Jahr pensionniert wurde   Zwinkernd

Also Struppy, nur Geduld, kommt auch für Dich ( ich weiss das ist schnell gesagt )

Aber Spass bei Seite, es ist wirklich sehr stressend !

Liebe Grüsse
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mimidan
lacerta
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« Antworten #11 am: 06. Oktober 2010, 15:41:29 »

auwiea liebi Struppy

Was zuviel ist, ist zuviel. Aber deine Geschichte ist definitiv tuuu matsch zuviel!

Jetzt sind's nur noch ganz minimal wenige Tage bis zu deinem Urlaub hab ich doch richtig gelesen - nächste Woche ist's soweit ?

Deine Rippe? Was machsch aber au für Gschichte  wie wär's denn mal mit sowas  ?

Och Struppy! Ich wünsch dir toi toi toi und pass uf dich uf ... 
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Struppy
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« Antworten #12 am: 09. Oktober 2010, 18:00:34 »

Hallo ihr Lieben alle
Vielen Dank für eure Tipps und Tricks! Hier hätte ich noch eine Fortsetzung, falls es irgendwen interessieren sollte:

Es hat uns wieder, das Wochenende und was noch viel schöner ist: FERIEN! Ich bin ja so glücklich, denn lange kann das keiner aushalten was da abging in letzter Zeit. Diese Ferien musste ich mir wirklich erst verdienen. Schon wollte ich schreien: HOLT MICH HIER RAUS, aber dann ging die Zeit so schnell vorbei, dass es nicht mehr geschrien hat. Ich nehme mal wieder den Freitag, um zu erklären, was ich damit sagen will. Morgens um 8 Uhr komme ich mit noch bettschweren Schritten ins Büro und treffe den wartenden Projektleiter. Der empfängt mich mit den Worten: "Auf Sie habe ich gewartet."  Er war aber ganz anständig und freundlich, es kam keineswegs unhöflich rüber. Da sag ich zu ihm: "Jetzt war ich doch nur ganz schnell weg, um etwas Schlaf in den Kopf zu bekommen und schon wird man vermisst." Das hat er lächelnd zur Kenntnis genommen und gesagt, er sei auch erst aufgetaucht.

Sein Problem war das Mail einer Mitarbeiterin, die in dieser Woche vom Schwangerschaftsurlaub zurück gekommen ist und nun ein paar - nur sehr kleine und unscheinbare - Änderungen an einem fertig geplanten Labor machen wollte. Diese klitzekleinen Wünsche würden laut seiner Aussage - und diese mag er auf alle Fälle, denn es ist schon die dritte der Art - einen fünfstelligen Betrag ausmachen, der nirgends, aber auch wirklich nirgends budgetiert wurde. Es handelt sich nämlich wieder um einen Mitteltisch mit diversen Anschlüssen und aus Erfahrung weiss ich, dass diese Tische ganz einfach in der Mitte des Labors stehen bleiben müssen! Da gibt es nichts, ausser - seine zweitliebste Aussage - "Macht das nächstes Jahr, wenn dieses Projekt abgeschlossen ist"! Jetzt warte ich noch auf seine drittliebste Aussage "ich kann den Projektabschluss am 10. Dezember nicht mehr garantieren", aber sie bleibt diesmal aus. Was hat er denn bloss, wieso sagt er es nicht? Nachdem wir uns geeinigt hatten, dass dieser Tisch bleibt und er mir dreimal geflüstert hat "Aber schreiben Sie heute noch ein Mail an mich, cc die Mitarbeiterinnen und die Chefs, dass dies nicht machbar ist", zog er von dannen und bevor der PC auf volle Touren kam, meldete sich das Telefon. Es ist die Entwicklungsmaschine, die ankommt - aber nicht sie hat mich angerufen, sondern deren Lieferant, der unten vor verschlossener Tür stand. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder unten einfach ins Gebäude eindringen könnte! Also ging ich runter, wollte ihn rein lassen und staunte erst mal, denn der Mann war allein und hatte keinen Trolley dabei. Die Maschine stand noch im Kofferraum des Autos und er meinte nur "Guten Tag, können Sie mir helfen?" - Na ja, wer denn, wenn nicht ich mit der gebrochenen Rippe?! Also - ich wieder rein - Trolley gesucht - raus damit zum Auto und dann haben wir zwei beiden die Entwicklungsmaschine auf den fahrbaren Untersatz gehievt und reingezogen, im Labor auf den Tisch gestellt und dann habe ich mich verabschiedet. Er meinte nur, er würde mich dann anrufen, sobald das Teil installiert sei.

Wie immer dieser Tag, wenn ich ins Büro zurück komme, habe ich diverse Anrufe auf dem Beantworter und der PC läuft auch noch immer nicht mangels eines Passwortes. Ich kämpfe mich also durch alle Wirrnisse hindurch  und schon ruft der Typ wieder an. Ich denke, immerhin ist er schnell im Installieren, aber dem war nicht so. Als ich im 6. Stock ankam, fing er an mir zu erklären, wie sich dieses Monstrum zusammensetzen lässt. Ich sage zu ihm, dass ich persönlich nichts mit dieser Maschine zu tun hätte, aber er liess sich nicht beirren und meint nur "Wann sieht man schon in die Innereien einer solchen Maschine und kann genau sehen, wo der Film durchläuft?" Also schaue ich ganz genau hin und er erklärt mir alles. Ich kann mich jetzt fast Fachmann schimpfen, denn ich weiss wie alle Rollen drehen, wo die Heizung ist und wo die Flüssigkeit (drei verschiedene Behälter - leider konnte ich mir trotz sehr grossem Interesse  nicht merken, was wo drin ist) reinläuft, durchläuft und wieder in die Bidons rausläuft. Er sieht mich stolz an und sagt, er würde jetzt alles vorbereiten und mich dann wieder anrufen. Es dauert gar nicht lange, ich konnte nur das Mail wegen der "Nichtentfernung des Mitteltisches" schreiben, schon zitiert er mich wieder in den 6. und zeigt noch stolzer als vorher auf "sein Werk". Schön steht sie da, die Maschine und lächelt mir zu - wenigstens bilde ich mir das ein, denn schliesslich kennt sie mich schon recht gut. Er erklärt mir sämtliche Flüssigkeitsbehälter nochmals und welche wo reingelassen werden soll und welche keinesfalls im falschen Tank landen sollte. Ich erkläre ihm, dass ich nicht mit der Maschine arbeiten werde, aber er muss es trotzdem loswerden und macht weiter. Als er mal Atem schöpfen musste, frage ich ihn nach einem eventuellen Handbuch. Ja, ja, das gebe ich Ihnen auch gleich, sobald ich fertig erklärt habe. Dann will er mir noch rote und blaue Kleber schicken, weil doch die rot- und blaugedeckelten Flaschen in die richtigen Öffnungen geleert werden sollen. Ich versuche ihm nochmals verständlich zu machen, dass ich in die Ferien gehe und dass er diese an die Laborleiterin schicken soll, die auch wirklich etwas mit dem Gerät anfangen kann. Jetzt habe ich ihn wohl verärgert, denn er schreibt sich rasch den Namen auf und verschwindet danach wirklich und wahrhaftig! 

So viel Zeit wollte ich wirklich nicht mit so einem Koloss (ich meine die Maschine, echt!) verbringen! Also geh ich jetzt rasch mit meiner Geräte-Inventar-Liste zu meiner Kollegin Nummer 2 (Nummer 1 ist diese Woche in den Ferien und Nummer 2 zurück) und bitte sie, nächste Woche unbedingt noch die fehlenden Angaben einzuholen und diese auf dem Shared Drive einzutragen, damit die Amis uns nicht noch mehr hassen, denn das ist doch die Liste, welche Ende September mit sämtlichen Angaben hätte dort stehen sollen. Sie liebt mich nicht, im Gegenteil, ich werde irgendwie das Gefühl nicht los, dass sie mich ganz bös hasst, denn es ist wirklich ein depperter Job, den ich ihr aufgebrummt habe, aber ich schaffte diesen trotz aller Anstrengungen wirklich nicht auch noch diese Woche, schliesslich muss ich (auch für die Ami-Chefin) noch das Organigramm und die Personallisten an den Oktober anpassen und diese auch alle dorthin stellen, damit sie für alle ersichtlich sind. Auch die Anträge für Praktikanten für nächstes Jahr müssen bis Ende Oktober im System sein.

Ich mach mich also an diese Jobs, als der Projektleiter zu einer Krisensitzung aufruft, weil erstens die abzugebenden Labors noch nicht besenrein und chemikalienfrei seien und zweitens die "Schwangerschaftsurlaubzurückgekehrte" doch noch wichtige Änderungen zu machen hat, welche doch... usw! Also treffen wir uns um 11 in einem der Labors auf dem 2. Stock und schauen uns das Ganze an. Wie fast immer, war die Aufregung davor grösser als das Problem dann wirklich war. Die Labors werden heute noch gewischt und die Änderungen sind so minim, dass es sich kaum lohnt, diese zu erwähnen und schon gar nicht, so viel wertvolle Zeit zu investieren. Alle sind einverstanden und als wir uns verabschieden wollen, sagt er es "es hätte durchaus sein können, dass ich den Termin von Mitte Dezember nicht einhalten kann" - ich bin so froh, dass er es doch noch loswerden konnte!  Danach noch ein herzliches "schöne Ferien" und "die mussten verdient werden" vom Projektleiter!

Jetzt ist Mittag und mein ehemaliger Kollege kommt mit mir Mittagessen - also darf ich mal raus - und danach schaut er sich ein paar Dinge an, bei welchen er mir helfen könnte. Das war allerdings Traumdenken, denn es hat sich seit seiner Pensionierung so viel verändert, dass es nicht wirklich hilfreich war. Einer seiner früheren Jobs war aber Räume abgeben und annehmen, also frage ich ihn, ob er nicht Lust hätte, die nächsten drei Wochen ab und zu reinzuschauen und bei den Abnahmen dabei zu sein - auf Bezahlung natürlich. Hätte er zwar schon, er wird aber leider nächste Woche in Spanien sein - also vergessen wir das Ganze. Er düst ab und ich mach mich dran, die Pendenzen mit Ausrufzeichen anzugehen.

Da steht aus heiter hellem Himmel eine Laborantin unter meiner Tür und sagt "Hier ist die Offerte von XY für unsere Kapelle für 30 k (fünfstelliger Betrag)". Wir haben aber schon eine von der Firma ZZ und die kostet 11 k. Sie erklärt mir, dass die teure Variante aber ein Glas habe, wo man von oben reinschauen und daher näher dran sitzen. Kommen wir zu den Lieferzeiten: die von ZZ hat 2-3 Wochen und die neue von XY hat 8-10 Wochen. Als ich das las, hörte ich sofort "da können wir das Projekt in diesem Jahr auf keinen Fall abschliessen"  und sage ihr das auch. Da ich aber nicht alleine entscheiden wollte, ging ich zu unserem einzigen zurückgebliebenen (nein, nicht geistig, er ging einfach nicht nach USA in dieser Woche, wo doch alle anderen hinflogen) Unithead. Dem sträuben sich die Nackenhaare, erstens wegen des Preises und zweitens diese Lieferfristen! Er kommt also mit in den 2. Stock (heute spielt sich das halbe Leben dort ab) und lässt sich genau erklären, was die Unterschiede sind. Da entscheidet er klar und deutlich für die erste Variante von ZZ. Da haben wir wieder eine Person verärgert, aber so ist das Leben: voller Überraschungen!

So, nun muss ich aber allen Laborleitern per Mail mitteilen, wie es mit der Geräte-Lieferung geklappt hat und was verspätet eintreffen wird. Da bemerke ich, dass der Eisbereiter nicht geliefert wurde, welchen ich klar und deutlich auf diesen Mittwoch bestellt habe, rufe dort an und werde mit den Worten "das war immer auf den 11. geplant" abgespiesen. Wo bitte sind aber die -80° Tiefkühler - auch die kann ich nicht finden? Bei Anruf erklären die mir erstaunt "Aber die sind doch gestern geliefert worden - zur Warenannahme". Nach einem Telefonanruf dorthin muss ich erfahren, dass der wichtigste Mann in den Ferien sei und dass sie nicht nachkommen mit ausliefern. Die 9 Inkubatoren stehen in der Eingangshalle, weil der Mensch der die CO2 Anschlüsse hätte einrichten sollen, auch zu viel um die Ohren hatte! Ich werde von allen geliebt werden, das weiss ich schon jetzt, aber ich bin ja mal weg!

Nun wird abgebaut wie wild, Pendenzen gestrichen, Out-of-Office im Mail gesetzt, Telefon-Beantworter neu besprochen, Pflanzen gegossen, Geschirr gespült, 2 Kolleginnen "To-Do-Listen" mit guten Wünschen - und alles - hingelegt, alles runtergefahren und ausgeschaltet, Laptop eingepackt damit ich am Samstag das Vergessene noch erledigen kann (was auch der Fall war) und um genau 19.30 Uhr  machte ich mich auf den Weg RAUS aus dem Chaos, REIN in die Ferien!

Judihui und da bin ich jetzt mittendrin! 

Liebe Grüsse
Struppy
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lacerta
Gast
« Antworten #13 am: 09. Oktober 2010, 18:50:00 »

liebi Struppy
was ich dir JETZT sagen möchte ist dasdada!




  SCHÖNE FERIEN 
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Struppy
beflügelt
*****
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Beiträge: 8021



« Antworten #14 am: 09. Oktober 2010, 18:59:44 »

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