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Falken-Foermchen  |  Treffpunkte  |  Café Kunterbunt  |  Thema: Mahlzeit ..... ? « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Mahlzeit ..... ?  (Gelesen 1726 mal)
Mariele
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« am: 04. Oktober 2013, 12:32:14 »

Gehört es in die Küchenecke ??

Egal, ich schreibs mal hier.

Ward ihr je in einer Metzgerei ?
Jetzt wird wohl Jeder ja sagen.
Früher gab es die noch tatsächlich, die kleinen gefliessten Läden mit den Kühltheken. Fleisch in großen Stücken, nix Vorgeschnittennes, Wurst aus eigener Herstellung.
Für die Kleinen gabs ein Scheibchen Wurst über die Theke gereicht,
Bedinung in weissem Outfit mit Metzgerschürze....
Damals war es.

Heute gibt es ja kaum noch richtige Metzgereien.
Bei uns jedenfalls.

Heute habe ich zum ersten Mal eine Pferdemetzgerei betreten, das nur4 weil es keine andere Metzgerei gibt.

Schon uinangenehm den Laden zu betreten.
Hängt dort irgendwie ein totes Pferd ?? 
Sieh man dem Fleisch an von was es ist ?

Kleines Sortiment.
Fleischstücke und eine kleine Wurstauswahl.

Alles vom Pferd ?
Ja.
Oh, auch die Rostwurst und die Salami ?
Ja.

Film läuft ab im Kopp.
Pferde mit wehender Mähne gallopieren über Grasland.......
Oh nhee, die Wurst !! Würg ! Schockiert


Seltsam, bei Rind- oder Schweinefleisch läuft der Film nicht.
Ja, bei Wild, Lamm, Zickelchen schön 

Fleisch stammt nicht aus Massenhaltung, meist ordentliche Ernährung und so bekommt man erklärt. Alles kontrolliert und abgenommen.

Das schlechte Gefühl bleibt.

Auch wenns Fleisch im Kühlschrank auf die Zubereitung wartet 

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Liebe Grüße  Käferchen

Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar.
(Astrid Lindgren)

wüscherli
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« Antworten #1 am: 04. Oktober 2013, 14:13:04 »

Mariele

nenne mich Herz los, aber mir ist es egal ob Schwein, Rind oder Pferd auch Strauss darf es sein

alles Lecker

der echte Rheinische Sauerbraten besteht aus Pferdefleisch 

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viele Grüsse s`Wü(n)scherli
uhu
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« Antworten #2 am: 04. Oktober 2013, 19:21:51 »

Käferchen wie gut kann ich dich verstehen. Bei mir käme niemals Pferdefleisch auf den Tisch. Wir hatten Zuhause auch Pferde. Sie waren für mich immer besondere Tiere, edle Tiere. Natürlich hatten wir auch Schweine, Schafe, Rinder, Kühe, Kälber, Ziegen, Hühner, Enten, Hunde und Katzen,  aber so eine schöne Beziehung hatte ich nur zu Pferden.

Wir haben noch zwei Metzgereien in der Stadt aber weil das Fleisch so teuer ist, kaufe ich meist im Grossverteiler ein.
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Liebe Grüsse
uhu


Tiere wären meistens die besseren Menschen
Martina
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« Antworten #3 am: 05. Oktober 2013, 13:51:33 »

  Hhmmmmm.... ja wir Menschen reagieren schon seltsam wenn es darum geht wen man beruhigt verspeisen darf und wen nicht weil ja sooo süss oder eben edel wie die Pferde.
Ihr dürft mich gerne "steinigen" dafür aber die Wahrheit ist: Ich liebe Pferde, ich hab mit etwa 6 Jahren reiten gelernt und hatte über beinahe 10 Jahre ein eigenes Pferd. Und ich esse Pferdefleisch...tatsächlich und Pferdewurst schmeckt mir gut. In unserem Reitverein war auch ein Schlachter Mitglied. Und ja es gab einige die nicht mit ihm gemeinsam am Tisch sitzen wollten. Zu denen gehörte ich nicht und so wirklich verstehen konnte und kann ich die Reaktion auch nicht. Ich geb mal folgendes Beispiel, wenn ein Pferd im zunehmenden Alter eine schmerzhafte degenerative, fortschreitende und nicht heilbare Krankheit der Hufe oder Gelenke entwickelt dann leidet dieses Tier. Auf Dauer ist das einzige was man für das Tier tun kann es zu erlösen. An dieser Stelle ist es gut einen Schlachter zu kennen dem man vertraut das er das schnell und so human wie möglich erledigt. Auch ist es so das man ein Pferd sehr schwer beerdigen kann. Ich gebe allerdings zu das ich wissentlich nicht Fleisch von meinem eigenen Pferd essen würde.
Auf einem anderen Blatt steht z.B. die Vorgehensweise bei Rennpferden. Hier geht es darum das sie zu oft viel zu früh geritten und in anstrengenden Rennen "verschlissen" werden und dann mit 4 oder 5 Jahren an den Schlachter abgegeben. Aber auch hier ist (bei seriösen Schlachtern) nicht das Töten und die Verarbeitung des Fleischs das Problem sondern das was vorher mit den Pferden geschieht.  

Was nun Schwein, Rind, Kalb & Co angeht.....für mich ist nicht der Knackpunkt wen ich esse und wen nicht, sondern wie sie gehalten, transportiert und geschlachtet wurden. Mich gruselt die Vorstellung das sogenannte Nutztiere gequält werden bevor sie dann auf den Tisch kommen   Ärgerlich Ärgerlich Und warum? Wegen des harten "Preis-Dumpings", weil Verbraucher ihr Schwein oder Gans für 2,40 das Kilo kaufen möchten? Weil es ja so viele Menschen gibt die sich Fleisch sonst nicht leisten können? Oder doch weil "Mensch" skrupellos ist wenn es darum geht einen Euro mehr zu verdienen?
Ich bin damit aufgewachsen das man Tiere hält um sie irgendwann zu schlachten. Meine Eltern hatten lange Jahre Enten und Gänse, auch Kaninchen. Die hatten alle ein gutes Leben auf der Wiese oder in geräumigen Ställen. Zu Lebzeiten wurden sie geradezu verwöhnt aber irgendwann eben auch geschlachtet. Wir haben ihnen niemals Namen gegeben, meine Mutter sagte immer: "Wer einen Namen hat wird nicht gegessen". Auch eine Sicht der Dinge. Ich kann mich an das ein oder andere Kaninchen,mindestens eine Gans und besonders an einen Enterich erinnern, die alle an Alterschwäche starben. Tatsache ist das ich, auch als Kind nie Probleme damit hatte das unsere Tiere irgendwann auf dem Esstisch landeten. Heute finde ich es schwierig Fleisch zu kaufen und dabei sicher zu sein das die "Lieferanten" eben nicht unendlich leiden mussten. Im Supermarkt kauf ich daher höchst ungern Fleisch. Burscheid ist ja eher ländlich und so haben wir noch einen Metzger hier der zwar nicht "jede Kuh persönlich kannte" , wohl aber die Bauern der Region bei denen er einkauft. Also kauf ich seltener Fleisch aber bei ihm und soviel teurer als im Supermarkt ist es oftmals gar nicht. Eherlich gesagt bin ich mir nicht sicher was ich täte hätte ich nicht das Glück einen solchen Metzger vor Ort zu haben.

Na jaa und frische Leber finde ich nicht ekliger als einen Hühnerschenkel oder ein Schnitzel......denkt darüber was ihr möchtet  Grinsend

Als letztes möchte ich noch was aus der "Bärenabteilung" anmerken. Die Bären im Nationalpark sind um diese Jahreszeit alle dort um möglichst viele Lachse zu verspeisen. Diese Lachse haben eine unendlich beschwerliche Reise hinter sich, schwimmen mit letzten Kräften gegen den Strom und endlich ihre Laichgewässer zu erreichen.....und so viele von ihnen landen dann im Magen eines Bären. Um die Bären machen sich alle Zuseher jede Menge Sorgen, werden sie fett genug, wird eine Verletzung heilen..usw. Einer der Ranger sagte vor einiger Zeit mal das er sich fragt warum niemand Mitleid mit den Lachsen hat und ob es daher kommt das sie kein Fell haben?
Ich glaube das ist der Punkt: Wir neigen dazu unsere Vorstellung von süss und niedlich oder eben edel auf Tiere anzuwenden. Und alles was für uns in diese Kategorie fällt wird nicht gegessen.

Ich würde keinen Hummer essen, keine Froschschenkel, oder Schnecken. Das sind die ohne Fell die mir auf Anhieb einfallen. Ich ess sie nicht weil ich finde das es genügend andere Dinge gibt die man essen kann und man darum kein Tier lebendig kochen muss oder ihm die Beine ausreissen. Bei Schnecken weiss ich nicht ob man sie vor der Zubereitung tötet oder wie man sie überhaupt zubereitet...ich hab mal eine probiert und fand das ich das nicht haben muss.

  Roman Ende....wenn ich mal was denke dann immer jede Menge  Grinsend
Liebe Grüße  
« Letzte Änderung: 05. Oktober 2013, 13:58:23 von Martina » Gespeichert

Besser ein Messer, als ein Wort.
Ein Messer kann stumpf sein und trifft oft am Herzen vorbei. Nicht das Wort. Hilde Domin
Esther
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« Antworten #4 am: 05. Oktober 2013, 23:34:25 »

Ja, da kann man sich viele Gedanken zum Thema machen....

Für mich ist es ebenfalls wichtig, dass die Tiere, die man töten muss um sie zu essen, ein "gutes" Leben hatten - wobei natürlich auch klar ist, dass jede Form der Nutztierhaltung nichts ist, was sich ein Tier freiwillig aussuchen würde, würde man ihm die Wahl lassen.

Allerdings, stellt euch vor, es würde ein Tier gezüchtet, das tatsächlich gegessen werden möchte!
Douglas Adams hat dieses Gedankenspiel in seinem Buch "Das Restaurant am Ende des Universums" in eine witzige Szene gepackt:

Zitat

Ein riesiges Milchtier näherte sich Zaphod Beeblebrox' Tisch, ein riesiger, fetter, fleischiger Vierfüßler vom Typ
Rind mit großen wässrigen Augen, kleinen Hörnern und beinahe sowas wie einem gewinnenden Lächeln auf den Lippen.
„Guten Abend“, muhte es und setzte sich behäbig auf seine Haxen, „ich bin das Hauptgericht des Tages. Dürfte ich ihnen ein paar Teile meines Körpers schmackhaft machen?“ Es räusperte sich und gluckerte ein bißchen, rüttelte sein Hinterteil in eine bequemere Position und starrte sie friedlich an.
Sein Blick traf bei Arthur und Trillian auf staunendes Entsetzen, bei Ford auf ein resigniertes Achselzucken und bei Zaphod Beeblebrox auf nackten Hunger.
„Vielleicht etwas aus meiner Schulter?“, schlug das Tier vor. „In Weißweinsoße geschmort?“
 „Äh, Ihre Schulter?“, fragte Arthur vor Grauen flüsternd.
„Aber natürlich meine Schulter, Sir“, muhte das Tier zufrieden, „niemand sonst könnte Ihnen meine kalte Schulter zeigen.“
Zaphod sprang auf und knuffte und befühlte mit Kennermiene die Schulter des Tieres.
„Das Schwanzstück ist sehr gut“, brummte das Tier. „Ich habe es viel bewegt und massenhaft Getreide gefressen, deshalb habe ich dort viel gutes Fleisch.“ Es gab einen freundlichen Rülpser von sich, gurgelte nochmal und begann wiederzukäuen. Dann schluckte es das Wiedergekäute runter.
„Oder vielleicht ein Gulasch aus mir?“ setzte es hinzu.
„Meinst du, das Tier will wirklich, daß wir’s essen?“, sagte Trillian flüsternd zu Ford.
„Ich?“, fragte Ford mit glasigem Blick. „Ich glaube gar nichts.“
„Das ist doch absolut grauenhaft“, rief Arthur, „das Widerlichste, was ich je gehört habe.“
„Was ist los, Erdling?“ fragte Zaphod, der seine Aufmerksamkeit jetzt jenem enormen Schwanzstück des Tieres zuwandte.
„Ich will halt einfach kein Tier essen, das dasteht und mich dazu einlädt“, sagte Arthur, „das ist herzlos.“
„Besser als ein Tier zu essen, das nicht gegessen werden will“, sagte Zaphod.
„Darum geht es nicht“, widersprach Arthur. Dann dachte er einen Augenblick nach. „Okay“, sagte er, „vielleicht geht’s doch darum. Ist mir schnuppe, ich will jetzt nicht darüber nachdenken. Ich werde einfach... äh...“
Das Universum tobte in seinem Todeskampf um ihn herum.
„Ich glaube, ich nehme einen grünen Salat“, murmelte er.
„Darf ich Ihnen vielleicht meine Leber ans Herz legen?“, fragte das Tier. „Sie muß mittlerweile ganz köstlich und zart sein, ich habe mich monatelang gestopft und gemästet.“
„Einen grünen Salat“, wiederholte Arthur mit Nachdruck.
„Einen grünen Salat?“, sagte das Tier und rollte missbilligend mit den Augen zu Arthur hinüber.
„Wollen Sie mir etwa erzählen“, sagte Arthur, „ich sollte keinen grünen Salat essen?“
„Nun ja“, sagte das Tier, „ich kenne viele Gemüse, die dazu eine sehr klare Meinung haben. Weshalb ja auch beschlossen wurde, das ganze verzwickte Problem ein für allemal zu lösen und ein Tier zu züchten, das wirklich gegessen werden will und dieses auch klar und deutlich sagen kann. Und hier bin ich also.“
Ihm gelang eine ganz leichte Verbeugung.
„Ein Glas Wasser bitte“, sagte Arthur.
„Hör mal“, sagte Zaphod, „wir wollen hier essen und uns nicht den Bauch mit Problemen vollschlagen. Vier schwach gebratene Steaks bitte, und ein bißchen dalli. Wir haben seit fünfhundertsechsundsiebzig Milliarden Jahren nichts mehr gegessen."
Das Tier kam schwankend auf die Beine. Es gab einen freundlichen Gurgelton von sich.
„Eine sehr kluge Wahl, Sir, wenn ich so sagen darf. Sehr gut“, fügte es hinzu, „ich eile sofort und erschieße mich.“
Es drehte sich um und zwinkerte Arthur freundlich zu.
„Keine Bange, Sir“, sagte es, „ich mach’s sehr human.“
(Aus: Douglas Adams, „Das Restaurant am Ende des Universums“)

Mir persönlich geht es, wie wohl den meisten Menschen in unserer Zeit und Kultur. Ich esse zwar Fleisch, würde aber bestimmt sofort zum Vegetarier, wenn ich die Tiere, die ich essen will, selber töten müsste. Ganz egal, was diverse Gemüse darüber denken. 
Und ich bin mir bewusst, dass dies eine sehr merkwürdige Einstellung ist, wenn man genauer darüber nachdenkt. Aber für mich ist es nur ein weiteres Beispiel für die vollkommen irrationale Haltung der Menschen Tieren gegenüber. Und ich akzeptiere dies für mich, vielleicht aus geistger Trägheit.

Aber ja, ich esse wenig Fleisch und fast nur Huhn (sagt die Wachtelhalterin und Vogelfreundin) und ich zahle sehr gerne den Aufpreis für tierwürdige Haltung.

Liebe Grüsse
Esther
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Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg,
was sie nicht sein können,
und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.

(Albert Camus)
Paka
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« Antworten #5 am: 06. Oktober 2013, 11:54:04 »

Martina, danke für Deinen Roman.  Smiley
Genauso sehe ich das auch 

Ich habe glückerlicherweise einen Biohof nicht weit von meinem Wohnort entfernt  ausgemacht. Da kann man sehen wie die Schweine, Schafe, Rinder und Hühner leben. Sie werden auch vor Ort geschlachtet und verkauft.
Natürlich ist es dort um einiges teuerer als beim Discounter, aber ich kann inzwischen gut auf Fleisch und Wurst verzichten.

Danke Esther für die Geschichte. Die kannte ich nocht nicht

LG
Sylvia

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Martina
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« Antworten #6 am: 28. Januar 2014, 22:11:40 »

 Lächelnd Neee...es geht nicht um Fleisch sondern darum wo Käptn Iglo seine Fischstäbchen herbekommt Klick

Und wegen diesem Video kam ich darauf, wenn man hier...sagen wir mal ein Brot auf einem Parklatz liegen lässt kommen wahrscheinlich bald Tauben, Spatzen, vielleicht Rabenkrähen. Wenn man in Unalaska eine Kiste Fisch auf dem Pickup hat .....

What Happens When You Leave A Box Of Fish In The Back Of Your Truck In Dutch Harbor, Alaska!
  Liebe Grüße
« Letzte Änderung: 28. Januar 2014, 22:20:28 von Martina » Gespeichert

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Ein Messer kann stumpf sein und trifft oft am Herzen vorbei. Nicht das Wort. Hilde Domin
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